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Afghanistan meldet Abwehrfeür gegen pakistanische Jets über Kabul, EU fordert Deeskalation

Nach Luftangriffen und Grenzkämpfen zwischen Pakistan und den Taliban-Behörden in Afghanistan greifen die Auseinandersetzungen bis in den Luftraum über Kabul über.

JKCM Desk 2 Min Lesezeit
Titelbild: Afghanistan meldet Abwehrfeür gegen pakistanische Jets über Kabul, EU fordert Deeskalation
  • Afghanistan meldete Abwehrfeür gegen pakistanische Jets über Kabul, nachdem es vor Sonnenaufgang Explosionen gab.
  • Pakistan hatte zuvor Angriffe auf Installationen der Taliban auch in Kabul und Kandahar gemeldet; beide Seiten reklamieren hohe Verluste.
  • Die EU rief zu sofortiger Deeskalation auf und verlangte, dass afghanisches Gebiet nicht für Angriffe auf Nachbarstaaten genutzt wird.
  • Mehrere Staaten boten Vermittlung an, während beide Regierungen die Ursachen des Konflikts gegensätzlich darstellen.

Die militärische Eskalation zwischen Pakistan und den Taliban-Behörden in Afghanistan hat am Sonntag, 1. März, eine neü Stufe erreicht. In Kabul waren vor Sonnenaufgang Explosionen und Schüsse zu hören. Die afghanische Seite teilte mit, eigene Kräfte hätten auf pakistanische Flugzeuge über der Hauptstadt gefeürt; Pakistan reagierte zunächst nicht öffentlich auf die Darstellung.

Auslöser der neün Gefechte ist eine Serie gegenseitiger Angriffe entlang der gemeinsamen Grenze. Pakistan begründet Luftschläge und Artillerieeinsatz mit dem Vorwurf, Afghanistan biete Kämpfern der Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) Rückzugsräume. Die Taliban-Regierung weist das zurück und erklärt, afghanisches Gebiet werde nicht genutzt, um andere Staaten anzugreifen.

Bereits am Samstag meldeten pakistanische Stellen Angriffe auf militärische Installationen der Taliban, auch in Kabul und Kandahar. Nach Angaben aus dem Sicherheitsapparat waren es die tiefsten militärischen Vorstösse Pakistans in den westlichen Nachbarstaat seit Jahren. Beide Seiten reklamieren hohe Verluste beim Gegner; unabhängige Bestätigungen der Zahlen sind derzeit nicht möglich.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP versuchten pakistanische Jets am Sonntagmorgen zudem, den Luftwaffenstützpunkt Bagram nördlich von Kabul anzugreifen. Afghanische Stellen sprachen von einer Abwehr mit Flugabwehr- und Raketenabwehrsystemen. Eine unmittelbare Stellungnahme aus Islamabad zu diesem Vorfall lag zunächst nicht vor.

Diplomatische Aktivitäten laufen parallel zu den Kampfhandlungen. Mehrere Staaten boten Vermittlung an und forderten Zurückhaltung. Die Europäische Union rief in einer Erklärung zu einer sofortigen Deeskalation auf, verwies auf den Schutz von Zivilisten und betonte, dass Afghanistan nicht als Basis für grenzüberschreitende Angriffe dienen dürfe. Zugleich mahnte die EU Dialog und die Einhaltung internationalen Rechts an.

Wie sich die Lage entwickelt, hängt davon ab, ob beide Seiten ihre Luft- und Artillerieoperationen stoppen und einen Verhandlungskanal öffnen. In Pakistan hatte Verteidigungsminister Khawaja Muhammad Asif die Situation als offenen Krieg bezeichnet; Afghanistans Innenminister Sirajuddin Haqqani warnte vor hohen Kosten eines längeren Konflikts. Entlang der rund 2.600 Kilometer langen Grenze steigt damit das Risiko einer länger anhaltenden Eskalation, die auch Handelsrouten und humanitäre Bewegungen weiter beeinträchtigen kann.