Irland startet neü Mietregeln mit Sechs-Jahres-Verträgen und nationaler Mietpreisgrenze
Irland führt für neü Mietverträge ab 1. März rollierende Sechs-Jahres-Zyklen, eine nationale Begrenzung von Mieterhöhungen und neü Transparenzregeln ein.
- Ab 1. März gelten für neü Mietverträge rollierende Sechs-Jahres-Zyklen (Tenancies of Minimum Duration) mit stärkerem Kündigungsschutz.
- Mieterhöhungen sind in der Regel auf einmal jährlich und maximal 2% oder die Inflationsrate (CPI) begrenzt, je nachdem, was niedriger ist.
- Die bisherigen Rent Pressure Zones werden durch eine nationale Mietpreisregel ersetzt; Ausnahmen gelten für bestimmte Neubauten und SSA.
- Ein neüs RTB-Register soll Vergleichsmieten liefern und Mietfestsetzungen sowie Mitteilungen an RTB und Mieter standardisieren.
In Irland sind am Sonntag, 1. März, neü Regeln für den Mietmarkt in Kraft getreten, die Kündigungsschutz, Mietpreisregeln und Transparenz bei Neuvermietungen neu ordnen. Kern der Reform ist, dass neü Mietverträge ab diesem Datum als Tenancies of Minimum Duration (TMD) gelten: Sie laufen in rollierenden Sechs-Jahres-Zyklen und sollen Mietern mehr Stabilität geben.
Nach Informationen der Residential Tenancies Board (RTB) gelten die stärkeren Schutzregeln ausschliesslich für neü Mietverhältnisse, die am oder nach dem 1. März 2026 beginnen. Bestehende Mietverträge bleiben in ihren bisherigen Regeln grundsätzlich unberührt. Die RTB verweist zudem darauf, dass Mieter erst nach sechs Monaten Aufenthalt einen erweiterten Bestandsschutz erhalten; in den ersten sechs Monaten kann ein Vermieter grundsätzlich kündigen, muss aber künftig die RTB zeitgleich informieren.
Zentral ist die Differenzierung nach Vermietertyp. Für grosse Vermieter gilt: Wer vier oder mehr Mietverhältnisse hat oder als Unternehmen vermietet, kann eine TMD während des Sechs-Jahres-Zyklus nur noch beenden, wenn ein Mieter Pflichten verletzt oder die Wohnung nicht mehr zu den Bedürfnissen des Mieters passt. Kleinere Vermieter mit ein bis drei Mietverhältnissen behalten begrenzte zusätzliche Kündigungsgründe, etwa wenn ein Verkauf zur Vermeidung unzumutbarer finanzieller Härte notwendig ist oder wenn der Vermieter beziehungsweise ein naher Angehöriger selbst einziehen muss.
Parallel ersetzt ein nationales System die bisherigen Rent Pressure Zones. Nach RTB-Angaben dürfen Mieten in der Regel nur einmal pro Jahr steigen, und zwar um maximal zwei Prozent oder die Inflationsrate (CPI), je nachdem, welcher Wert niedriger ist. Ausnahmen gelten unter anderem für bestimmte Neubauwohnungen und studentische Unterkünfte, die ab einem Stichtag im Juni 2025 begonnen wurden. Zudem gelten die Regeln nicht für Approved Housing Bodies und Cost-Rental-Modelle.
Ein politisch umstrittener Punkt ist die Möglichkeit, bei neün Mietverträgen den Mietpreis in bestimmten Fällen wieder auf Marktniveau zu setzen. Die RTB betont, dass dies für Mietverhältnisse vor dem 1. März 2026 grundsätzlich nicht zulässig ist. Für neü Verträge ist ein Reset nur in klar definierten Situationen erlaubt, etwa wenn der vorherige Mieter freiwillig ausgezogen ist oder Pflichten verletzt hat; nach einer Kündigung ohne Verschulden des Mieters soll ein Reset dagegen nicht möglich sein.
Zur praktischen Umsetzung wurde ein neüs Online-Register gestartet, das Vergleichsmieten bereitstellt und die Begründung von Mietfestsetzungen und -anpassungen standardisieren soll. Medien in Irland berichteten, dass Vermieter künftig bei der Mietfestsetzung Beispiele vergleichbarer Objekte aus dem RTB-Register heranziehen und diese Informationen auch an RTB und Mieter übermitteln müssen. Die Regierung begründet die Reform mit dem Ziel, die Sicherheit von Mietern zu stärken und gleichzeitig Investitionen in den Mietwohnungsmarkt nicht abzuwürgen.