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A day in the life of a 19‑year‑old in ICE detention: ‘I feel that this nightmare is not going to end’

Eine 19‑Jährige aus der Demokratischen Republik Kongo schildert monatelange Haft im Dilley‑Zentrum in Texas: wiederholte Familientrennungen, Schlafstörungen, Gewichtsverlust und Anzeichen von Traumafolgen.

Guardian-Interview / JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: A day in the life of a 19‑year‑old in ICE detention: ‘I feel that this nightmare is not going to end’
  • Olivia ist seit über vier Monaten im umstrittenen Dilley‑Zentrum
  • sie berichtet von einem Gewichtsverlust von rund 20 Pfund, täglichen Kopfschmerzen, Albträumen und mehrfachen Trennungen von ihrer Familie.

Nach Angaben der Recherchen verbringt die 19‑jährige Olivia seit mehr als vier Monaten Zeit im Dilley Immigration Processing Center in Texas. Die aus der Demokratischen Republik Kongo stammende Asylbewerberin schildert deutliche körperliche und psychische Folgen der Inhaftierung: einen Gewichtsverlust von etwa 20 Pfund, tägliche Kopfschmerzen und anhaltende Schlafstörungen, die ihren Alltag massiv beeinträchtigen.

Im Mittelpunkt der Erzählung stehen die wiederholten Trennungen von ihrer Familie. Olivia wurde gemeinsam mit ihrer Mutter und zwei jüngeren Geschwistern an der Grenze festgenommen; die Familie wurde zunächst getrennt, später im Dilley‑Zentrum wiedervereinigt und dann erneut auseinandergenommen, als nach einer angebotenen Freilassung nur die Mutter und die Kinder entlassen wurden, nicht jedoch Olivia.

Weil sie mit 19 Jahren rechtlich als Erwachsene zählt, wurde sie nach der erneuten Trennung in mehrere andere Einrichtungen verlegt und von ihren Angehörigen getrennt untergebracht. Sie berichtet von dem Tragen einer orangefarbenen Gefängnisuniform, von Beschreibungen früherer Haftaufenthalte, in denen ihr auch Handschellenspuren an Handgelenken und Knöcheln geblieben seien, sowie von langen Transporten zwischen verschiedenen Zentren.

Ihr Tagesablauf im Dilley‑Zentrum ist geprägt von kurzen Essenszeiten, langen Wartephasen und anhaltenden körperlichen Beschwerden. Das Frühstück bestehe häufig aus einfachen Stücken wie Pancakes, Brot, einem gekochten Ei und Milch; medizinische Bedürfnisse, etwa die Verlängerung einer abgelaufenen Kontaktlinsenverordnung, blieben nach ihren Angaben oft unerfüllt, was ihre Beschwerden verschärfe.

Daneben prägen Kälte, Verlust von Habseligkeiten und ein Gefühl permanenter Unsicherheit Olivias Alltag. Sie sagt, nachts zu weinen, wenn niemand hinschaut, und tagsüber zwischen Erschöpfung und dem Versuch zu pendeln, etwas Nahrung aufzunehmen. Die wiederkehrenden Albträume und das Einschlaf‑ und Durchschlafproblem zeichnen das Bild einer jungen Frau mit deutlichen Traumafolgen.

Vor ihrer Inhaftierung lebte Olivia nach ihren Angaben zeitweise in Maine mit ihrer Mutter sowie ihren Geschwistern; sie hatte die Schule abgeschlossen und eine Qualifikation als Pflegeassistentin erworben. Die Familie hatte ein Asylverfahren geführt, dessen Ablehnung und anschließende Berufung sie veranlassten, die USA zu verlassen und in Kanada Asyl zu suchen. An der nordamerikanischen Grenze wurden sie erneut festgenommen.

Olivia erinnert sich an einzelne Erinnerungen aus der Flucht und an den Verlust ihres Bruders Manuel, der während der Reise ertrank; solche Erinnerungen mischen sich in ihre Albträume. Sie beschreibt, wie jeder Tag in der Haft wie 48 Stunden wirke und wie die Hoffnung auf ein Ende dieses Zustands mit jeder weiteren Verzögerung schwindet. Zugleich wartet sie nun auf weitere rechtliche Entscheidungen zu ihrem Fall.