Angehörige von Charles Adair reichen Bundesklage ein und fordern Offenlegung von Video nach Tod in Gewahrsam
Familie fordert Offenlegung einer Aufnahme und verklagt Sheriff‑Amt sowie einen stellvertretenden Sheriff nach dem Tod von Charles Adair.
Nach Angaben der Angehörigen und ihrer Anwälte haben sie eine Bundesklage wegen widerrechtlicher Tötung gegen den Wyandotte County Sheriff, die vereinigte Verwaltung von Wyandotte County und Kansas City, Kansas, sowie gegen den stellvertretenden Sheriff Richard Fatherley eingereicht. Fatherley war im September wegen Totschlags zweiten Grades im Zusammenhang mit dem Tod von Charles Adair angeklagt worden.
Im Mittelpunkt der Klage steht die Forderung, Videoaufnahmen des Vorfalls öffentlich zugänglich zu machen. Die zivilrechtlichen Vertreter der Familie, darunter Ben Crump und Harry Daniels, konnten die Aufnahme einsehen; eine Amtsanfrage der Associated Press wurde vom Sheriff’s Office jedoch abgelehnt. Ein Captain des Sheriff‑Amtes teilte mit, dass Fatherleys Behördemail nach Einreichung der Klage am 13. April deaktiviert wurde.
Nach den Gerichtsunterlagen wurde Adair im Juli wegen mehrerer Haftbefehle wegen Nichterscheinens bei Verkehrsvergehen festgenommen. Bei der Festnahme sei sein Bein infolge einer schweren Infektion amputiert worden; vor der Rückkehr ins Gefängnis seien laut Ermittlungsdokumenten eine Knocheninfektion sowie eine Schizophrenie diagnostiziert worden. Die Unterlagen führen aus, dass Adair unzusammenhängend wirkte und wiederholt um Hilfe rief, nachdem er in seine Zelle zurückgebracht worden war.
Zugleich sind strafrechtliche Verfahren gegen Fatherley noch anhängig; eine Statuskonferenz ist für Mai angesetzt. Sein Verteidiger bezeichnete den Tod von Adair als tragischen Unfall und bestritt eine Kausalität zwischen Fatherleys Handeln und dem Tod. Ein Sprecher der Verwaltung hat bislang nicht auf Anfragen reagiert.