Australiens höchstdekorierter Soldat bestreitet Kriegsverbrecher‑Anklagen und kündigt Kampf an
Ben Roberts‑Smith, Träger des Victoria Cross, wies alle Vorwürfe zurück und kündigte an, die Anklagen zu einem Mittel zu machen, um seinen Namen zu klären. Er war am 7. April festgenommen und später gegen Kaution freigelassen.
- Roberts‑Smith bestreitet, an der Tötung unbewaffneter afghanischer Gefangener beteiligt gewesen zu sein
- das Strafverfahren folgt auf ein zivilrechtliches Urteil von 2023.
Nach Angaben von Ben Roberts‑Smith hat er sämtliche gegen ihn erhobenen Anschuldigungen entschieden zurückgewiesen und angekündigt, sich in dem Strafverfahren energisch zu verteidigen. Der 47‑Jährige, ehemaliger Corporal des Special Air Service und Träger des Victoria Cross, erklärte, er sei stolz auf seinen Dienst in Afghanistan und wolle die Anklagen als Gelegenheit nutzen, um seinen Namen endgültig zu klären.
Gleichzeitig stellte Roberts‑Smith sein Verhalten während des Einsatzes als mit seinen Werten, seiner Ausbildung und den geltenden Regeln zur Anwendung von Gewalt vereinbar dar. Er betonte, er habe während der Einsätze innerhalb der Vorschriften gehandelt. In seiner ersten öffentlichen Äußerung seit der Anklage bezeichnete er die Festnahme als ein sensationsheischendes und unnötiges Spektakel und verweigerte weitergehende Fragen von Journalisten.
Unterdessen steht die Strafsache in engem Zusammenhang mit einem Zivilverfahren von 2023, in dem ein Gericht auf der Grundlage der Beweislast teils substantielle Wahrheit in Bezug auf Mordvorwürfe festgestellt hatte. Das Zivilverfahren, das Roberts‑Smith gegen mehrere Zeitungen angestrengt hatte, war zuvor als erstes Gerichtsverfahren in Australien gewertet worden, das Vorwürfe möglicher Kriegsverbrechen durch Angehörige der Streitkräfte umfassend prüfte.
Daneben hatte Roberts‑Smith in dem Zivilprozess erklärt, die angeführten Tötungen seien entweder rechtmäßig im Gefecht erfolgt oder überhaupt nicht geschehen. Gegen das dortige Urteil wies er eine Berufung zurück und verlor sie; die Feststellungen des Gerichts blieben damit bestehen. Die aktuellen strafrechtlichen Vorwürfe umfassen unter anderem den Verdacht, an der Tötung unbewaffneter afghanischer Gefangener zwischen 2009 und 2012 beteiligt gewesen zu sein.
Zugleich war Roberts‑Smith am 7. April am Flughafen in Sydney festgenommen worden und anschließend gegen Kaution wieder freigelassen. Der Ablauf des Strafverfahrens bleibt offen; die Anklagen markieren jedoch eine neue Phase in der juristischen Aufarbeitung der Vorwürfe, die bereits in dem publizierten Zivilprozess breit diskutiert worden waren.