Cerebras legt fulminantes Nasdaq‑Debüt hin und erreicht kurzzeitig über 100 Mrd. Dollar Bewertung
Chiphersteller erzielt bei Börsengang starke Nachfrage: Aktie eröffnet deutlich über Ausgabepreis, Emission gehört zu den größten US‑Tech‑IPOs seit Jahren.
- Cerebras‑Aktie startet bei 350 USD nach IPO‑Preis von 185 USD
- Emission brachte 5,55 Mrd. USD ein.
Nach Angaben von Marktteilnehmern legte Cerebras Systems (CBRS) am Donnerstag einen eindrucksvollen Start an der Nasdaq hin. Die Aktie öffnete bei 350 US‑Dollar und damit nahezu doppelt so hoch wie der Ausgabepreis von 185 US‑Dollar, was die Bewertung des Unternehmens kurzzeitig auf mehr als 100 Milliarden US‑Dollar hob.
Im Rahmen der Platzierung hatte das Unternehmen 30 Millionen Aktien verkauft und dabei 5,55 Milliarden US‑Dollar eingenommen. Sollte die von den Underwritern eingeräumte Mehrzuteilungsoption von 4,5 Millionen Aktien gezogen werden, könnten die Erlöse auf bis zu 6,38 Milliarden US‑Dollar steigen. Nach einem Intraday‑Hoch von über 385 US‑Dollar fiel der Kurs am Nachmittag auf rund 310 US‑Dollar, wodurch die Marktkapitalisierung zeitweise in der Nähe von 95 Milliarden US‑Dollar notierte.
Cerebras profitiert offenbar von der anhaltenden Nachfrage nach spezialisierten Halbleiterlösungen für Künstliche Intelligenz. Das vor zehn Jahren gegründete Unternehmen verzeichnete im vergangenen Jahr ein Umsatzwachstum von 76 Prozent auf 510 Millionen US‑Dollar und schrieb einen Nettogewinn von 88 Millionen US‑Dollar, nachdem im Vorjahr noch ein hoher Verlust ausgewiesen worden war. Partnerschaften mit großen Technologiefirmen haben dem Anbieter zusätzlichen Rückenwind verschafft und seine Marktpräsenz gestärkt.
Zugleich steht Cerebras im Markt in direkter Konkurrenz zu etablierten Anbietern wie Nvidia. Das Unternehmen positioniert seine Architektur als Alternative zu Grafikprozessoren und sieht darin Vorteile in Geschwindigkeit und Kosten; andere spezialisierte Hersteller verfolgten in den vergangenen Monaten eigene Expansions‑ und Übernahmepläne. Beobachter bewerten den Börsengang als Signal dafür, dass Anleger wieder bereit sind, größere Beträge in KI‑orientierte Halbleiterfirmen zu investieren.
Die Vorbereitung des Börsengangs war nicht geradlinig: Nach einer ersten Anmeldung im Jahr 2024 hatte Cerebras die Notierung vorübergehend zurückgezogen, nachdem das ursprüngliche Prospekt wegen einer starken Kundenkonzentration kritisiert worden war. In der überarbeiteten Einreichung wird der Umsatzanteil des Microsoft‑unterstützten G42 mit 24 Prozent angegeben; zugleich wird die Mohamed bin Zayed University of Artificial Intelligence als einzelner Großkunde genannt, der im letzten Geschäftsjahr 62 Prozent des Umsatzes ausmachte.