Chinesische Unternehmen errichten so viele Fabriken in Europa wie seit Jahren nicht mehr
Merics und Rhodium sehen einen Anstieg chinesischer Direktinvestitionen in Europa um 67 Prozent auf 16,8 Milliarden Euro; Greenfield‑Projekte erreichen einen Rekordwert.
- Greenfield‑Investitionen aus China wachsen deutlich
- die Autoindustrie bildet das zentrale Ziel für neue Fabriken in Europa.
Nach Angaben einer gemeinsamen Analyse der Denkfabrik Merics und der Rhodium Group sind chinesische Direktinvestitionen in Europa im vergangenen Jahr stark gestiegen. Insgesamt kletterten die Geldzuflüsse um 67 Prozent auf 16,8 Milliarden Euro und erreichten damit das höchste Niveau seit 2018.
Im Mittelpunkt dieser Entwicklung stehen Greenfield‑Investitionen, also der Bau neuer Produktionsstätten statt Übernahmen bestehender Unternehmen. Diese Form der Investitionen verzeichnete demnach einen neuen Höchststand und spiegelt die verstärkte Errichtung von Fertigungsstätten chinesischer Firmen auf dem Kontinent wider.
Zugleich ist die Zunahme nicht gleichmäßig über alle Branchen verteilt. Einen Schwerpunkt bilden Projekte im Automobilsektor, wo Hersteller und Zulieferer Kapazitäten in Europa aufbauen. Diese Erweiterungen gehen parallel mit wachsenden Exporten aus China nach Europa einher und vertiefen damit die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen den Regionen.
Inzwischen warnen Experten vor möglichen wirtschafts‑ und industriepolitischen Folgen. Die Kombination aus stärkerer Präsenz chinesischer Hersteller vor Ort und zunehmenden Exporten kann den Wettbewerbsdruck auf europäische Produzenten erhöhen und Anpassungsbedarf in betroffenen Branchen auslösen.
Daneben befeuert die Studie die Debatte in Berlin und Brüssel über den Umgang mit chinesischen Investitionen. Diskussionen um Prüfmechanismen, gezielte Fördermaßnahmen und die Stärkung der Lieferkettenresilienz gewinnen vor dem Hintergrund der steigenden Aktivitäten an Dringlichkeit, weil Greenfield‑Projekte direkte industrielle Kapazitäten in Europa schaffen.