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Chris Taylor gewinnt Wahl zum Obersten Gerichtshof von Wisconsin und sichert Liberalen 5:2-Mehrheit

Mit dem Sieg von Chris Taylor über Maria Lazar verschiebt sich die Balance am Obersten Gerichtshof von Wisconsin zugunsten der Liberalen auf 5 von 7 Sitzen.

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Titelbild: Chris Taylor gewinnt Wahl zum Obersten Gerichtshof von Wisconsin und sichert Liberalen 5:2-Mehrheit
Der freie Richterposten nach dem Rücktritt von Rebecca Bradley stärkt die liberale Mehrheit und dürfte künftige Entscheidungen zu Wahlrecht und Wahlverfahren prägen.

Nach Angaben der Auszählungen hat Chris Taylor die Wahl zum Obersten Gerichtshof von Wisconsin gewonnen und damit den liberalen Block auf dem siebenköpfigen Gericht auf 5:2 vergrößert. Taylor setzte sich gegen die konservative Gegenkandidatin Maria Lazar durch; der Sitz war nach dem Rücktritt von Richterin Rebecca Bradley vakant geworden. Die Verschiebung bringt den Gerichtshof in eine neue Konstellation kurz vor kommenden politischen Auseinandersetzungen im Bundesstaat.

Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung standen unterschiedliche Auslegungen des Wahlrechts: Taylor wird als Richterin eingeschätzt, die tendenziell wählerfreundliche Positionen einnimmt, während Lazar in früheren Entscheidungen und in ihrer Tätigkeit als stellvertretende Generalstaatsanwältin Positionen vertrat, die mit republikanischen Zielen etwa in Fragen von Wahlzugang und Neuaufteilung von Wahlbezirken übereinstimmen. Lazar hatte zuvor Gerichtskarten verteidigt, die später als zugunsten der Republikaner verzerrt beurteilt und aufgehoben wurden.

Zugleich steht Bradleys Rückzug im Raum: Sie hatte seit 2015 am Obersten Gerichtshof gedient und gehörte zur konservativen Fraktion; ihr Ausscheiden bot den Liberalen die Chance, ihre Mehrheit weiter zu festigen. Mit Taylor, derzeit Richterin am Berufungsgericht und ehemalige demokratische Abgeordnete, ändert sich nicht nur die personelle Zusammensetzung, sondern möglicherweise auch die juristische Balance bei künftigen Streitfällen rund um Wahlverfahren wie etwa das Verbot von Briefwahl‑Drop‑Boxes, das zuvor von konservativen Mehrheiten getragen worden war.

Daneben zeigten die Wahlergebnisse lokale Verschiebungen: In mehreren Kommunalwahlen gewannen demokratische Kandidaten Sitze hinzu, was als Hinweis auf eine Verschiebung gegenüber den Ergebnissen der jüngsten Präsidentschafts- und Gerichts‑Wahlen interpretiert wird. Dieses Ergebnis fällt in ein Umfeld, in dem frühere Richterwahlen hohe Summen und starke Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatten; die diesjährige Kampagne verlief vergleichsweise ruhiger, wenngleich Taylor in diesem Rennen finanziell stärker ausgestattet war als Lazar.