JKCM News
Startseite
Amerika

Rex Heuermann gesteht acht Morde im Gilgo‑Beach‑Fall

Der in Long Island angeklagte Architekt änderte seine bisherige Nicht‑Schuldig‑Aussage und bekannte sich im Prozess zu mehreren Morden; eine zusätzliche Tat wurde eingeräumt.

JKCM News 2 Min Lesezeit
Titelbild: Rex Heuermann gesteht acht Morde im Gilgo‑Beach‑Fall
Nach jahrelangen Ermittlungen gestand Heuermann in Riverhead mehrere Tötungen, darunter eine zuvor nicht in der Anklage genannte Tat.

Nach Angaben aus der Verhandlung in Riverhead änderte Rex Heuermann am Mittwoch seine bisherige Nicht‑Schuldig‑Aussage und bekannte sich in mehreren Punkten im Gilgo‑Beach‑Fall schuldig. Die Anklagen betreffen die Morde an Frauen, deren Überreste überwiegend an der Südküste von Long Island gefunden worden waren; Heuermann räumte zudem eine achte Tat ein, die zuvor nicht Bestandteil der Anklage gewesen war.

Im Verlauf der Anhörung bestätigte Heuermann vor Richter Timothy Mazzei für die zuerst verhandelte Anklage die Tötung von Melissa Barthelemy im Jahr 2009 und bezeichnete die Todesursache als Strangulation. Er wiederholte das Schuldeingeständnis für die weiteren Anklagen, die die Todesfälle von Amber Costello, Megan Waterman, Maureen Brainard‑Barnes, Valerie Mack, Jessica Taylor und Sandra Costilla betreffen.

Gleichzeitig gab Heuermann an, die Opfer mit sogenannten Burner‑Phones kontaktiert und sie mit Geld angelockt zu haben. Er sagte aus, die Leichen in Säcken transportiert und an Stränden sowie in Marschlandgebieten entlang der Küste von Long Island abgelegt zu haben. Für zwei der Opfer gestand er zudem, Körperteile zerstückelt und Überreste in Manorville sowie in der Nähe von Gilgo Beach verteilt zu haben. Nach seinen Angaben wurden die Taten größtenteils in Nassau County begangen, die Leichenteile hingegen in Suffolk County entsorgt.

In einer überraschenden Wendung benannte Heuermann eine zusätzliche, zuvor nicht angeklagte Tote: Karen Vergata. Er erklärte, sie absichtlich getötet und ihren Körper nach Suffolk County gebracht zu haben. Nach seinen Einlassungen nahm Richter Mazzei das Schuldeingeständnis formell entgegen.

Die Ermittlungen zu den sogenannten Gilgo‑Beach‑Morden hatten 2010 mit dem Fund mehrerer menschlicher Überreste begonnen; viele Opfer blieben jahrelang unidentifiziert. Entscheidende Fortschritte führten schließlich zur Identifizierung Heuermanns anhand forensischer Spuren, Mobilfunkdaten und weiterer Beweismittel, die in der Anklage verwendet wurden.

Die Staatsanwaltschaft kündigte die Strafzumessung für den 17. Juni an. Für die erstgradigen Anklagen droht Heuermann lebenslange Haft ohne Aussicht auf Bewährung; für die zweitgradigen Anklagen sind zusätzliche langjährige Freiheitsstrafen vorgesehen. Heuermanns Verteidiger Michael Brown erklärte, sein Mandant habe das Recht gehabt, seine Aussage zu ändern und Verantwortung zu übernehmen.