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Clarence B. Jones, enger Vertrauter von Martin Luther King Jr., im Alter von 95 Jahren gestorben

Der Anwalt, Redenschreiber und Vertraute spielte eine Rolle bei mehreren Schlüsselereignissen der US‑Bürgerrechtsbewegung.

The Guardian 2 Min Lesezeit
Titelbild: Clarence B. Jones, enger Vertrauter von Martin Luther King Jr., im Alter von 95 Jahren gestorben
Jones war Kings persönlicher Anwalt, half beim Verfassen wichtiger Reden und wird für Beiträge zur Bürgerrechtsbewegung gewürdigt.

Nach Angaben seiner Familie ist Clarence B. Jones, langjähriger Anwalt, Berater und Redenschreiber von Martin Luther King Jr., im Alter von 95 Jahren gestorben. Er starb am Freitag in einer betreuten Wohnanlage in Cupertino im Großraum San Francisco; Familienmitglieder waren nach eigenen Angaben an seiner Seite. Die Familie würdigte ihn als jemanden, der bis zuletzt an die Kraft von Ideen glaubte.

Im Mittelpunkt seiner Tätigkeit stand die enge Zusammenarbeit mit King in den 1960er Jahren. Jones gehörte zu den engsten Vertrauten und wirkte an mehreren markanten Momenten der Bürgerrechtsbewegung mit. Er wird genannt, Seiten von Kings Letter from Birmingham Jail aus dem Gefängnis geschmuggelt und bis zur Ermordung Kings 1968 an zahlreichen Texten mitgearbeitet zu haben. Außerdem half er, Kings 1967 gehaltene Rede Beyond Vietnam: a time to break silence auszuarbeiten, in der King die US‑Beteiligung am Vietnamkrieg kritisierte.

Nach dem Schritt in die Öffentlichkeit brachte Jones eine fundierte Ausbildung mit: Geboren am 8. Januar 1931 in Philadelphia, wuchs er in einer Familie von Hausangestellten auf und zeigte früh schriftstellerisches Talent, das sich bereits in einer Abschlussrede 1949 zeigte. Er studierte an der Columbia University und erwarb später einen Juratitel an der Boston University. 1960 begann seine berufliche Verbindung zu King, als Jones für ein Verteidigerteam in einem Steuerfall in Alabama berufen wurde; wenig später zog er nach New York, um King und der Southern Christian Leadership Conference als Vollzeitberater, Anwalt und Redenschreiber näher zu sein.

Zugleich war Jones juristisch tätig: Er gehörte zum Team in der Verleumdungssache New York Times v. Sullivan von 1964, einer wegweisenden Entscheidung des Obersten Gerichtshofs. Nach Kings Tod wechselte er in die Finanzbranche und wurde als erster schwarzer Amerikaner Allied Member an der New Yorker Börse. Später unterrichtete er an Universitäten und engagierte sich in Institutionen zur Förderung von Gewaltfreiheit und sozialer Gerechtigkeit.

In den vergangenen Jahren veröffentlichte Jones seine Memoiren Last of the Lions und erhielt 2024 die Presidential Medal of Freedom. Er hinterlässt fünf Kinder und seine langjährige Partnerin Lin Walters. Angaben zufolge sind Pläne für eine Trauerfeier und eine öffentliche Gedenkveranstaltung derzeit in Ausarbeitung.