Clarence B. Jones, enger Vertrauter von Martin Luther King Jr., mit 95 gestorben
Rechtsanwalt, Redenschreiber und enger Vertrauter prägte zentrale Stationen der US‑Bürgerrechtsbewegung
Nach Angaben seiner Familie ist Clarence B. Jones im Alter von 95 Jahren gestorben. Er verstarb in einer Senioreneinrichtung in Cupertino, Kalifornien; Familienangehörige waren demnach an seiner Seite. Die Familie würdigte sein Leben als von Gewissen geleitet und verwies auf sein fortwährendes Vertrauen in die Kraft von Ideen.
Im Mittelpunkt seines Wirkens stand die enge Zusammenarbeit mit Martin Luther King Jr. Als persönlicher Anwalt, Berater und Redenschreiber war Jones eingebunden in einige der entscheidenden Ereignisse der Bürgerrechtsbewegung. Er wird genannt als derjenige, der Seiten aus Kings »Letter from Birmingham Jail« aus der Haft schmuggelte und bis zu Kings Ermordung 1968 an zahlreichen Reden mitwirkte.
Zugleich arbeitete Jones an der Ausgestaltung von Kings 1967 gehaltenem Antikriegsreferat »Beyond Vietnam: a time to break silence«, das Kings scharfe Kritik am Vietnamkrieg und an der US‑Militarpolitik zum Ausdruck brachte. Zudem gehörte er zum juristischen Team im wegweisenden Verfahren New York Times v. Sullivan, in dem eine Verurteilung wegen angeblicher Verleumdung aufgehoben wurde und damit Präzedenzwirkung für die Pressefreiheit entfaltet wurde.
Nach dem Ende der direkten Zusammenarbeit mit King wechselte Jones in die Finanzbranche und erreichte dort eine beachtliche Station: Er wurde als erster schwarzer Amerikaner mit der Bezeichnung eines allied member an der New Yorker Börse geführt. Später wandte er sich der akademischen Lehre zu, wo er Studierende in Themen von Rechtsgeschichte bis Bürgerrechtsbewegung unterrichtete, und engagierte sich in der Forschung zu Kings Werk.
Daneben setzte Jones seine Arbeit für gewaltfreien Aktivismus fort. Er veröffentlichte 2023 seine Memoiren über die Jahre an Kings Seite und beteiligte sich an der Gründung eines Instituts für Gewaltfreiheit und soziale Gerechtigkeit. Für seine Lebensleistung wurde er später mit der Presidential Medal of Freedom geehrt.
Jones hinterlässt fünf Kinder und seine langjährige Partnerin Lin Walters. Konkrete Angaben zu Trauerfeierlichkeiten und einer öffentlichen Gedenkfeier sind von der Familie noch nicht finalisiert worden.