Delta kündigt deutlich geringeres Kapazitätswachstum an und nennt 300‑Mio.-USD‑Vorteil durch eigene Raffinerie
Angesichts stark gestiegener Kerosinkosten drosselt Delta Air Lines kurzfristig sein Kapazitätswachstum; die Gesellschaft übertraf im ersten Quartal die Erwartungen und rechnet im zweiten Quartal mit einem dreistelligen Millionenbetrag aus ihrer Raffinerie.
Nach Angaben von Delta Air Lines will die Fluggesellschaft ihr Kapazitätswachstum kurzfristig deutlich reduzieren, um auf den massiven Anstieg der Kerosinkosten zu reagieren. Konzernchef Ed Bastian kündigte an, die Pläne für zusätzliches Wachstum zurückzunehmen; diese Entscheidung folgt auf einen historischen Preisschub bei Flugbenzin, der die Branche belastet.
Im Mittelpunkt der Bilanzstandards fürs erste Quartal 2026 standen bessere Zahlen als von Analysten erwartet. Delta meldete bereinigte Gewinne je Aktie von 0,64 US‑Dollar gegenüber 0,57 US‑Dollar im Konsens und einen bereinigten Umsatz von 14,2 Milliarden US‑Dollar gegenüber etwa 14,0 Milliarden erwartet. Für das zweite Quartal gibt das Unternehmen eine Spanne von 1,00 bis 1,50 US‑Dollar bereinigtem Gewinn je Aktie an und rechnet mit einem Umsatzanstieg im niedrigen zweistelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr.
Zugleich wies Delta darauf hin, dass die Treibstoffkosten im laufenden Quartal infolge der Preisentwicklung um etwa 2 Milliarden US‑Dollar höher ausfallen werden. Als direkte Antwort auf die Kostenbelastung hat die Airline, wie zuvor United und JetBlue, die Gebühren für aufgegebenes Gepäck erhöht. Bastian betonte, die Nachfrage bleibe breit gestreut, wobei insbesondere höherpreisige Reisekategorien nach wie vor stark nachgefragt würden.
Daneben nannte Delta einen materiellen Vorteil aus dem Besitz einer eigenen Raffinerie nahe Philadelphia: Für das zweite Quartal erwartet das Unternehmen einen Vorsteuerertrag von etwa 1 Milliarde US‑Dollar und einen spezifischen Vorteil von rund 300 Millionen US‑Dollar aus dieser Anlage. Die Raffinerie wandelt Rohöl in Jetfuel sowie andere Treibstoffprodukte um und könne helfen, die Auswirkungen anhaltend hoher Kerosinpreise zu dämpfen, so das Management.
Nach dem Schritt, die kurzfristigen Kapazitätspläne zu reduzieren, behielt Delta seine Jahresprognose bei und zog ein sofortiges Update zurück, angesichts der Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Treibstoffpreise. Für das zweite Quartal kalkuliert das Management All‑in‑Treibstoffkosten von etwa 4,30 US‑Dollar pro Gallone und will die Effekte auf Kapazität und Tarife in den kommenden Wochen weiter beobachten.