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Deutschland: Verdi-Warnstreik hält Nahverkehr am Samstag in vielen Städten weiter an

Der zweitägige Verdi-Warnstreik im kommunalen Nahverkehr hat am Samstag erneut zahlreiche Bus-, Tram- und U-Bahn-Linien in Deutschland ausgebremst.

JKCM Desk 2 Min Lesezeit
Titelbild: Deutschland: Verdi-Warnstreik hält Nahverkehr am Samstag in vielen Städten weiter an
  • In weiten Teilen Deutschlands fallen am zweiten Streiktag weiterhin viele ÖPNV-Verbindungen aus.
  • Verdi fordert vor allem Entlastung bei Schicht- und Ruhezeiten sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit.
  • Regionalzüge und S-Bahnen sind vielerorts nicht Teil des Tarifkonflikts, in einzelnen Bundesländern gibt es Ausnahmen ohne Streik.
  • Die nächste Verhandlungsphase Anfang März wird zum Test, ob sich der Konflikt auflösen lässt oder neü Arbeitskämpfe folgen.

In zahlreichen deutschen Städten und Regionen ist der öffentliche Nahverkehr am Samstag weiter massiv eingeschränkt gewesen. Die Gewerkschaft Verdi setzte ihren zweitägigen Warnstreik fort, der vielerorts Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen betrifft. Pendler und Reisende mussten erneut auf Alternativen ausweichen, während die Betriebe teils nur einzelne Fahrten oder Notangebote aufrechterhalten konnten.

Der Arbeitskampf ist Teil einer bundesweiten Tarifrunde im kommunalen Nahverkehr. Anders als beim Fernverkehr oder bei vielen Regionalbahnen wird hier meist mit kommunalen Arbeitgeberverbänden verhandelt; deshalb sind S-Bahnen und Regionalzüge in vielen Regionen nicht oder nur indirekt betroffen. Gleichzeitig gibt es regionale Unterschiede: Nicht überall sind alle Unternehmen eingebunden, und einzelne Bundesländer bleiben zunächst streikfrei, weil tarifrechtliche Rahmenbedingungen oder lokale Vertragslagen eine Rolle spielen.

Inhaltlich dreht sich der Konflikt vor allem um Arbeitsbedingungen. Verdi verlangt nach eigenen Angaben spürbare Entlastungen bei Wochenarbeits- und Schichtzeiten, längere Ruhephasen sowie bessere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. In einigen Ländern wird zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt. Die Gewerkschaft begründet ihre Forderungen mit hohen Belastungen im Fahrdienst und dem wachsenden Personalmangel, der die Daseinsvorsorge im ÖPNV unter Druck setze.

Die Arbeitgeberseite hält Teile der Forderungen für finanziell schwer darstellbar und verweist auf angespannte kommunale Haushalte. Während Verdi den Warnstreik als Signal für ernsthafte Verhandlungen sieht, warnen Verkehrsunternehmen vor den Folgekosten und vor zusätzlicher Belastung für Fahrgäste. Für Kommunen ist die Situation heikel: Der Ausbau von Bus- und Bahnangeboten gilt als zentral für Klima- und Mobilitätsziele, gleichzeitig steigen Personal- und Betriebskosten.

Der aktülle Warnstreik ist auf zwei Tage angelegt und soll in vielen Regionen bis in die Nacht zu Sonntag reichen, bevor der Regelbetrieb schrittweise wieder anläuft. Ob es bei dieser Runde bleibt, hängt von den nächsten Gesprächen ab: Anfang März sind in mehreren Regionen weitere Verhandlungstermine vorgesehen. Bleibt ein substanzielles Angebot aus, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Verdi die Mobilisierung fortsetzt, mit erneuten Einschränkungen im Alltag und zusätzlichem Druck auf die Tarifparteien.