Drei zu Haftstrafen verurteilt wegen Versicherungsbetrugs mit Bärenkostüm in Kalifornien
Drei Angeklagte in Los Angeles erhielten je 180 Tage Haft, nachdem Ermittler eine inszenierte Attacke auf Luxuswagen nachwiesen, bei der eine Person im Bärenkostüm als vermeintliches Tier auftrat.
Nach Angaben der kalifornischen Strafverfolgungsbehörden sind in Los Angeles drei Personen wegen schweren Versicherungsbetrugs verurteilt worden, nachdem sie behauptet hatten, ein Bär habe mehrere Luxusfahrzeuge beschädigt. Alfiya Zuckerman, 39, Ruben Tamrazian, 26, und Vahe Muradkhanyan, 32, legten sogenannte no-contest-Pleas ab; das Gericht verhängte gegen jeden von ihnen eine Haftstrafe von 180 Tagen.
Im Mittelpunkt der Ermittlungen stand eine Schadenmeldung aus dem Jahr 2024 für einen 2010 Rolls‑Royce Ghost. Dem Antrag lag ein Video bei, das einen angeblichen Angriff zeigen sollte, während das Fahrzeug am Lake Arrowhead in den San Bernardino Mountains geparkt war. Spezialisten der Behörden stellten bei der Auswertung fest, dass die Gestalt im Film kein echtes Tier, sondern eine Person in einem Bärenkostüm war.
Zugleich förderten die Ermittlungen zwei weitere Schadenserklärungen zutage, die gleiche Abläufe an Mercedes‑Fahrzeugen beschrieben. Bei einer Durchsuchung fanden die Ermittler das im Video gezeigte Kostüm in der Wohnung eines der Beschuldigten. Für die Auswertung der Aufnahmen zog die Versicherungsabteilung einen Biologen des California Department of Fish and Wildlife hinzu; dieser kam zu dem Ergebnis, dass es sich eindeutig um einen Menschen im Anzug handelte.
Daneben verurteilte das Gericht Zuckerman und Tamrazian zu Rückzahlungen von jeweils mehr als 52.000 US‑Dollar. Für Muradkhanyan wurde die Höhe der Restitution noch nicht sofort festgelegt. Ein vierter Beschuldigter, Ararat Chirkinian, 39, soll sich im September zu einer Ermittlungsanhörung vor Gericht verantworten.
Unterdessen betonten staatliche Stellen, der Fall zeige exemplarisch, dass auch ungewöhnliche oder spektakulär anmutende Versicherungsfälle gründlich aufgeklärt werden. Den Ermittlern gelang es, die von den Angeklagten vorgebrachten Behauptungen zu widerlegen und die Inszenierung anhand des Videomaterials sowie der sichergestellten Beweismittel nachzuweisen.
Insgesamt verweist der Fall auf die Folgen von Versicherungsbetrug: Neben strafrechtlichen Sanktionen ziehen fingierte Schadenmeldungen finanzielle Forderungen nach sich und können Versicherungsprämien beeinflussen. Die verhängten Haftstrafen und die angeordneten Rückzahlungen sollen nach Auffassung der Behörden abschreckend wirken.