Trump setzt Vertrauten Bill Pulte als amtierenden Chef der US‑Nachrichtendienste ein
Bill Pulte, bisher Leiter der Federal Housing Finance Agency, soll zugleich amtierender Director of National Intelligence werden – Kritiker fürchten Politisierung und fehlende Geheimdienstexpertise.
- Pulte bleibt gleichzeitig Chef der FHFA
- Senatoren äußern Skepsis wegen fehlender Geheimdienstlaufbahn und Vorwürfen politischer Instrumentalisierung.
Nach Angaben des Weißen Hauses hat Präsident Donald Trump Bill Pulte zum amtierenden Direktor der US‑Nachrichtendienste ernannt. Pulte führt derzeit die Federal Housing Finance Agency (FHFA) und soll die neue Rolle übernehmen, während er zugleich auf dem Posten der FHFA verbleibt.
Pulte ist Erbe eines Bauunternehmer‑Vermögens und gilt als bedeutender Spender der Republikanischen Partei. Öffentliche Nachweise für eine frühere Tätigkeit im Bereich nationale Sicherheit oder in den Geheimdiensten liegen nicht vor; in seiner Amtszeit bei der FHFA hatte er wiederholt schwere Anschuldigungen gegen politische Gegner erhoben, unter anderem gegen die Fed‑Gouverneurin Lisa Cook, die diese Vorwürfe zurückwies.
Die Personalentscheidung stieß im Kongress auf rasche Kritik. Der ranghohe Demokrat im Senatsausschuss für Nachrichtendienste äußerte, die Ernennung sende das Signal, der Präsident bevorzuge einen loyalen Vertrauten statt einen unabhängigen Fachmann für Sicherheitsfragen. Er warnte vor der Möglichkeit, staatliche Befugnisse zur Verfolgung politischer Gegner einzusetzen.
Zugleich zeigten sich auch führende Republikaner zurückhaltend. Der Senate Majority Leader betonte, ein dauerhaftes Mandat für Pulte würde einen langwierigen Bestätigungsprozess erfordern, und äußerte Bedenken gegenüber einer ‚weaponisierten‘ Führung der Nachrichtendienste. Mehrere Senatoren erklärten, sie hätten Pulte nicht persönlich gekannt und könnten seine einschlägige Erfahrung im Bereich der Nachrichtendienste nicht beurteilen.
Inzwischen kommt die Ankündigung nur wenige Tage nach dem Rückzug von Tulsi Gabbard aus dem Amt des Direktors der Nachrichtendienste. Gabbards Amtszeit galt als konfliktreich und war von Spannungen mit dem Präsidenten geprägt. Nach Angaben der Mitteilung hatte der Präsident bereits seit April Gespräche über einen möglichen Wechsel in dieser Position geführt.