Dritter New Yorker Prozess gegen Harvey Weinstein endet in Mistrial
Die Jury konnte sich nicht einstimmig auf ein Urteil einigen; die Anklage bezog sich auf einen Vergewaltigungsvorwurf gegen Schauspielerin Jessica Mann.
Nach Angaben der Anklage richtete sich das Verfahren in Manhattan gegen Harvey Weinstein wegen Vergewaltigung dritten Grades. Der 74-jährige Ex-Produzent wies die Vorwürfe zurück, erklärte, er habe niemanden angegriffen, und betonte, es habe keine nicht-einvernehmlichen Sexualkontakte gegeben.
Im Mittelpunkt der Verteidigung stand die Darstellung, die Beschwerde sei nach dem Ende einer einvernehmlichen Beziehung erhoben worden, weil diese nicht den erhofften Karriereschub gebracht habe. Die Anwälte von Weinstein argumentierten, die Vorwürfe seien erfunden und stellten die Glaubwürdigkeit der Darstellung der Klägerin infrage.
Zugleich erinnert der Ausgang des Prozesses an die juristische Vorgeschichte des Angeklagten: Bereits in seinem ersten New Yorker Verfahren 2020 war Weinstein verurteilt worden. Damals betraf das Urteil eine Vergewaltigung derselben Frau sowie Körperverletzung an einer ehemaligen Produktionsassistentin aus dem Jahr 2006. Die wiederaufgeflammte Aufmerksamkeit für den aktuellen Prozess rückte erneut die Debatten über sexualisierte Übergriffe durch einflussreiche Männer in den Fokus der Öffentlichkeit.
Daneben bleibt der Prozess ein bedeutender Moment in einer langwierigen Reihe von Verfahren gegen Weinstein, der damit weiterhin mit wiederholten Anschuldigungen sexualisierter Übergriffe konfrontiert ist. Für Opfer, Verteidiger und Beobachter bringt das geteilte Ergebnis sowohl Frustration als auch die Frage nach weiteren rechtlichen und öffentlichen Reaktionen mit sich.