Gouverneur Polis kürzt Haftstrafe der Ex‑Wahlbeamtin Tina Peters nach Druck aus Trump‑Umfeld
Gouverneur Jared Polis hat die Haftdauer der früheren Mesacounty‑Wahlbeamtin Tina Peters deutlich verkürzt, nachdem monatelange Forderungen aus dem konservativen Umfeld und ein bundesweites Gnadengesuch von Donald Trump Druck aufgebaut hatten.
- Polis kommutiert neun‑Jahres‑Urteil auf viereinhalb Jahre
- Peters soll am 1. Juni freikommen.
Nach Angaben örtlicher Berichte hat Colorado‑Gouverneur Jared Polis am Freitag die Haftstrafe der ehemaligen Mesacounty‑Wahlbeamtin Tina Peters teilweise aufgehoben. Die Kommutation reduziert Peters’ ursprünglich verhängte Strafe von etwa achteinhalb bis neun Jahren auf viereinhalb Jahre, sodass sie nach Angaben nun am 1. Juni aus der Haft entlassen werden soll.
Im Mittelpunkt des Verfahrens steht Peters’ Rolle bei einem Sicherheitsvorfall rund um die Wahl 2020. Als Kreiswahlleiterin hatte sie einer nicht autorisierten Person die Nutzung eines Sicherheitsschlüssels gestattet; dadurch gelangten Passwörter und weitere sensible Informationen zu Wahlgeräten nach außen. Diese Daten wurden später von Wahlleugnern genutzt, um die Ergebnisse der Präsidentschaftswahl 2020 in Zweifel zu ziehen.
Nach dem Schritt einer zivil- und strafrechtlichen Aufarbeitung war Peters 2024 von einer Jury in mehreren Punkten schuldig gesprochen worden, darunter versuchter Einfluss auf einen Amtsträger, Verschwörung zur kriminellen Amtsanmaßung, Amtsmissbrauch ersten Grades sowie Pflichtverletzung und Nichtbefolgung des Staatssekretärs. Das Gericht hatte daraufhin eine langjährige Freiheitsstrafe verhängt, die der Gouverneur nun verkürzt hat. Zuvor hatte der frühere Präsident Donald Trump bereits eine Bundesbegnadigung für Peters ausgesprochen; diese wirkte sich jedoch nicht auf die auf Landesebene verhängte Strafe aus.
Zugleich rief die Entscheidung rasche Kritik von Demokraten hervor. Der frühere Gouverneur und jetzige Senator John Hickenlooper verurteilte die Begünstigung scharf und warnte, eine Reduzierung der Strafe sende falsche Signale an jene, die Vertrauen in Wahlprozesse untergraben wollten. Gouverneur Polis hatte im Vorfeld die Strafzumessung mit anderen Fällen verglichen, etwa mit der Verurteilung der ehemaligen Staats‑Senatorin Sonya Jaquez Lewis, und auf offensichtliche Ungleichheiten in der Strafpraxis hingewiesen.
Daneben hatte der Fall Peters über Monate hinweg Aufmerksamkeit im konservativen Lager erfahren und war von prominenten Unterstützern aktiv begleitet worden. Die Kommutation beendet nicht die Kontroverse um Peters’ Handlungen und deren politische Folgen, sondern verändert lediglich die Dauer der staatlich verhängten Haftstrafe und den Zeitpunkt ihrer möglichen Freilassung.