Epstein‑Überlebende kritisieren Melania Trump: ‚Verlagerung der Last auf Opfer‘
Mehr als ein Dutzend Überlebender kritisieren die First Lady scharf: Ihre Aufforderung zu öffentlichen Kongressanhörungen verlagere die Belastung auf Opfer, statt Behörden und mögliche Mitwisser zur Verantwortung zu ziehen.
Nach Angaben von Überlebenden haben 13 Betroffene sowie die Schwester und der Bruder der verstorbenen Klägerin Virginia Giuffre die First Lady scharf dafür kritisiert, dass sie Kongressanhörungen mit Zeugenaussagen von Jeffrey Epsteins Opfern gefordert hatte. In ihrer gemeinsamen Erklärung betonten die Unterzeichnenden, Überlebende hätten bereits Strafanzeigen erstattet und vor Gericht ausgesagt; die Forderung nach erneutem öffentlichem Zeugnis bedeute daher eine Verlagerung der Verantwortung auf die Opfer.
Zugleich hatte die First Lady in einer überraschenden Stellungnahme bestritten, jemals eine Beziehung zu Epstein oder dessen Vertrauter Ghislaine Maxwell gehabt zu haben. Sie betonte, keine Kenntnisse von Epsteins Verbrechen zu besitzen, und forderte ein Ende der Verbreitung gefälschter Bilder und Behauptungen. Ihr Berater Marc Beckman erklärte, sie habe sich geäußert, weil ‚genug genug ist‘ und die Lügen aufhören müssten.
In der Stellungnahme rief die First Lady außerdem dazu auf, Kongressanhörungen mit eidesstattlichen Aussagen von Überlebenden durchzuführen. Die Gruppe der Überlebenden bezeichnete diese Aufforderung als politisiert und gefährlich, weil sie Machtträger – darunter das Justizministerium, Strafverfolgungsbehörden und die Trump‑Administration – schütze und von ungelösten Versäumnissen ablenke, etwa der unvollständigen Freigabe der sogenannten Epstein‑Akten.
Die Unterzeichnenden wiesen zudem explizit auf Pam Bondi hin und forderten Antworten auf Fragen zu zurückgehaltenen Akten und zur Preisgabe von Überlebendenidentitäten. Sie verlangten, dass Verantwortliche in Machtpositionen ihrer Pflicht nachkommen, statt weitere Belastungen auf die Opfer zu übertragen. Maria und Annie Farmer erklärten separat, sie wollten Rechenschaft, Transparenz und Gerechtigkeit und kritisierten das anhaltende Versäumnis der Bundesregierung, verbleibende Unterlagen freizugeben.
Unterdessen äußerte eine der Unterzeichnerinnen in einem sozialen Video Zweifel daran, ob erneute Anhörungen aufseiten der Opfer etwas Wesentliches ändern würden, und bezeichnete die Forderung nach erneutem Zeugnis als potenziell retraumatisierend. Die Organisation der Überlebenden forderte stattdessen, dass Institutionen und Verantwortliche aktiv tätig werden, vorhandene Akten offenlegen und Maßnahmen ergreifen, um Schutz und Gerechtigkeit für die Betroffenen sicherzustellen.