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EU investiert 225 Millionen Euro in nächste Generation von Grippeimpfstoffen

Die Europäische Union stellt 225 Millionen Euro bereit, um über eine vorkommerzielle Beschaffung die klinische Entwicklung neuer, breiter wirksamer Influenza-Impfstoffe bis zur Marktzulassung zu beschleunigen.

JKCM Desk 2 Min Lesezeit
Titelbild: EU investiert 225 Millionen Euro in nächste Generation von Grippeimpfstoffen
  • Die EU finanziert 225 Millionen Euro für die Entwicklung von Impfstoffen, die gegen mehr Varianten schützen und schneller an Pandemie-Stämme angepasst werden können.
  • Die Förderung nutzt ein vorkommerzielles Beschaffungsmodell, das Entwicklung und klinische Studien bis Phase III umfasst.
  • Die Verträge laufen 98 Monate und sollen auch leichter zu verabreichende Impfstoffe über Nase, Mund oder Hautpflaster vorantreiben.
  • Das Programm wird über EU4Health finanziert, von HERA gesteuert und von HaDEA umgesetzt.

Die Europäische Union investiert 225 Millionen Euro in die Entwicklung einer neuen Generation von Influenza-Impfstoffen. Die Finanzierung soll Impfstoffe voranbringen, die gegen eine größere Bandbreite von Virusvarianten schützen und sich im Fall einer Pandemie schneller an neue Stämme anpassen lassen. Ziel ist, die klinische Entwicklung bis zur potenziellen Marktzulassung in einem EU-weit koordinierten Ansatz zu beschleunigen.

Um das Tempo zu erhöhen, nutzt die EU ein vorkommerzielles Beschaffungsmodell. Dabei werden Forschung und Entwicklung nicht als klassische Förderlinie, sondern als mehrstufiger Beschaffungsprozess organisiert, bei dem mehrere Anbieter parallel in Wettbewerbsphasen voranschreiten. Der Ansatz umfasst nach der Programmbeschreibung die frühe Entwicklung, klinische Prüfungen und Schritte der präkommerziellen Marktreife, einschließlich Studien der Phasen I bis III und der Vorbereitung auf Zulassungsverfahren.

Der vorkommerzielle Ansatz ist darauf ausgelegt, technologische Risiken zu verteilen: Statt auf einen einzigen Kandidaten zu setzen, können mehrere Entwickler in einem strukturierten Wettbewerb nachweisbasiert voranschreiten. In jeder Phase werden Leistung, Machbarkeit und Skalierbarkeit überprüft, bevor in die nächste Stufe gewechselt wird. Damit soll verhindert werden, dass erst spät in der Entwicklung Engpässe sichtbar werden oder Plattformen sich als nicht ausreichend anpassungsfähig erweisen.

Die für die Umsetzung zuständige Europäische Exekutivagentur für Gesundheit und Digitales (HaDEA) hat nach eigenen Angaben drei Rahmenverträge im Auftrag der Health Emergency Preparedness and Response Authority (HERA) unterzeichnet. Die Verträge laufen über 98 Monate und setzen einen finanziellen Rahmen von insgesamt bis zu 225 Millionen Euro. In dem Verfahren wurden mehrere Industrie- und Forschungspartner ausgewählt, die unterschiedliche technologische Plattformen und Entwicklungsansätze verfolgen.

Ein Schwerpunkt liegt auf Impfstoffen, die leichter zu verabreichen sind als klassische Injektionen. Genannt werden unter anderem nasale und orale Applikation sowie Pflasterlösungen über die Haut. Solche Darreichungsformen könnten die Logistik im Krisenfall vereinfachen und die Impfbereitschaft erhöhen, wenn sie sich klinisch als wirksam und sicher erweisen.

Strategisch ist das Projekt Teil der europäischen Vorbereitung auf Gesundheitskrisen. Die EU verbindet damit das Ziel, die eigene Forschungs- und Produktionsbasis zu stärken, schneller skalierbare Impfstoffplattformen bereitzustellen und Abhängigkeiten in kritischen Lieferketten zu reduzieren. Gleichzeitig bleibt die Marktzulassung an die jeweiligen regulatorischen Prüfungen gebunden; die vorkommerzielle Beschaffung schafft dafür die Datenbasis und die Entwicklungsschritte, die sonst oft über Jahre verteilt sind.