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Experten: Iran‑Konflikt stärkt Big Oil und könnte Klimapolitik in den USA ausbremsen

Hohe Windfall‑Profite der Ölkonzerne infolge des Iran‑Konflikts könnten die politische Position der Branche stärken und damit die US‑Klimapolitik ausbremsen, warnen Aktivisten und Ökonomen.

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Titelbild: Experten: Iran‑Konflikt stärkt Big Oil und könnte Klimapolitik in den USA ausbremsen
Gewinne nach Angriffen auf Infrastruktur und Störungen in der Straße von Hormus füttern Lobbykassen und verstärken politische Rückschritte im Energiesektor.

Nach Angaben von Klimaaktivisten und Ökonomen könnten die jüngsten Milliardengewinne großer Energiekonzerne infolge des Kriegs in Iran die während der Trump‑Ära erzielten politischen Erfolge der Branche zementieren und damit Fortschritte beim Klimaschutz ausbremsen. Angriffe auf fossile Infrastruktur und die Blockade der Straße von Hormus hätten eine historische Energiepreisschockwelle ausgelöst, die die Margen der Produzenten deutlich habe steigen lassen.

Unterdessen meldeten mehrere Unternehmen erhebliche Zuwächse: ConocoPhillips wies für das erste Quartal 2026 einen Gewinn von 2,3 Milliarden US‑Dollar aus, ein Anstieg von 84 Prozent gegenüber der Zeit vor Beginn des Kriegs. Auch Valero und kleinere Produzenten wie Liberty Energy berichteten deutliche Gewinnsteigerungen, und BP sprach von einer außergewöhnlichen Ergebnisentwicklung mit mehr als verdoppeltem Quartalsgewinn. Chevron und ExxonMobil verzeichneten im ersten Quartal Rückgänge, Analysten rechnen jedoch mit raschen Erholungen im weiteren Jahresverlauf.

Gleichzeitig leiden US‑Verbraucher unter stark gestiegenen Spritpreisen: Der Durchschnittspreis für Benzin stieg auf 4,52 Dollar pro Gallone und erreichte damit den höchsten Stand seit Mitte 2022. Branchenbeobachter betonen, dass die hohen Preise unmittelbar zu den aktuellen Profiten beitragen und politischen Druck erzeugen könnten, Maßnahmen gegen steigende Energiekosten zu fordern. Aktivisten sehen in den zusätzlich in die Kassen fließenden Mitteln eine unmittelbare Gefahr für die Klimapolitik.

Nach Ansicht von Kritikern könnten diese Windfall‑Profite genutzt werden, um die politische Macht der Branche auszubauen und erzielte legislativen Vorteile zu verteidigen. Vertreter von Umweltgruppen und Branchen‑Watchdogs warnen, wirtschaftliche Interessen der Produzenten stünden derzeit in direktem Gegensatz zu den Sorgen vieler Verbraucher. Politische Schritte der Regierung seit Amtsantritt, etwa die Aufhebung des Biden‑Zeiten Exportstopps für verflüssigtes Erdgas (LNG), werden als Zeichen interpretiert, dass Industrieinteressen prioritär behandelt werden.

Daneben verweisen Ökonomen auf historische Parallelen: Nach früheren Energiepreisschocks habe die Branche ihre politischen Aktivitäten intensiviert und Klimapläne zum Teil zurückgefahren. In Kombination mit gesteigerter Profitabilität und bereits erzielten legislativen Erfolgen steige das Risiko, dass kurzfristige Windfall‑Gewinne langfristige Maßnahmen zur Reduzierung von Emissionen verzögern.