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Gewinne der Ölkonzerne durch Iran‑Konflikt könnten Klimaschutz ausbremsen, sagen Experten

Anhaltend hohe Profite nach Angriffen auf Infrastruktur und der Blockade der Straße von Hormus stärken den Einfluss der fossilen Industrie und vergrößern deren Lobby‑Spielraum.

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Titelbild: Gewinne der Ölkonzerne durch Iran‑Konflikt könnten Klimaschutz ausbremsen, sagen Experten
Steigende Börsengewinne und politische Zugeständnisse drohen, die Energiewende in den USA zu verzögern.

Nach Angaben von Klimaaktivisten und Wirtschaftsexperten könnten die Windfall‑Gewinne der Ölkonzerne infolge des Iran‑Konflikts Trumps energiepolitische Erfolge zementieren und den Ausbau sauberer Energien bremsen. Angriffe auf fossile Infrastruktur und die Störung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus haben demnach einen historischen Energieschock ausgelöst, der Preise und Unternehmensgewinne spürbar nach oben treibt.

Im Zentrum der Debatte stehen die jüngsten Quartalszahlen, die die Verwerfungen auf dem Energiemarkt widerspiegeln. ConocoPhillips meldete für das erste Quartal 2026 einen Gewinn von 2,3 Milliarden US‑Dollar, ein Plus von 84 Prozent gegenüber der Zeit vor dem Ausbruch der Kämpfe. Valero Energy wies ein Quartalsergebnis von 1,2 Milliarden Dollar aus, Liberty Energy – gegründet und zuvor geführt von Trumps Energieminister – erzielte 10 Millionen Dollar, ein Anstieg um 32 Prozent. Auch BP berichtete von mehr als verdoppelten Gewinnen im Jahresvergleich, während einige Konzerne wie Chevron und ExxonMobil im gleichen Zeitraum Rückgänge verzeichneten; Analysten erwarten jedoch für die kommenden Quartale deutliche Erholungen.

Zugleich spüren US‑Verbraucher die Folgen: Der landesweite Durchschnittspreis für Benzin stieg auf 4,52 Dollar pro Gallone und erreichte damit den höchsten Stand seit Juli 2022. Experten sehen in der Kombination aus hohen Kraftstoffpreisen und kräftigen Unternehmensgewinnen einen Nährboden für verstärktes Lobbying. Höhere Cash‑Flows könnten demnach genutzt werden, um politische Errungenschaften der Regierung zu sichern und zusätzlichen Einfluss auf Gesetzgebung und Regulierung auszuüben.

Für Klima‑ und Verbraucherschützer ist die Situation deshalb alarmierend: Windfall‑Einnahmen aus einem energiegetriebenen Konflikt könnten die Finanzierung politischer Kampagnen und Lobbyarbeit verstärken und damit die Umsetzung ehrgeiziger sauberer‑Energie‑Projekte erschweren. Ökonomen verweisen auf frühere Energiekrisen, in denen gestiegene Branchenumsätze zu politischen Forderungen nach mehr Förderflächen und Lockerungen führten, und sehen das Risiko, dass sich ähnliche Dynamiken nun erneut entfalten.