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Familie des in Haft gestorbenen Charles Adair reicht Bundesklage ein und verlangt Videoveröffentlichung

Angehörige werfen Wyandotte County und einem Deputy vor, Pflichten im Umgang mit einem offensichtlich kranken Häftling verletzt zu haben; Videoaufnahmen bleiben weiterhin unter Verschluss.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Familie des in Haft gestorbenen Charles Adair reicht Bundesklage ein und verlangt Videoveröffentlichung
Rechtsanwalt Ben Crump verlangt umfassende Transparenz nach dem Tod von Charles Adair, bei dem Ermittler ein langes Aufdrücken des Knies durch einen Deputy als ursächlich ansehen.

Nach Angaben der Familie haben Anwälte eine Bundesklage eingereicht, nachdem Ermittler feststellten, dass Charles Adair gestorben ist, nachdem ein Sheriff’s Deputy sein Knie 1 Minute und 26 Sekunden in den Rücken des gefesselten Mannes gedrückt habe. Die Klage richtet sich gegen den Wyandotte County Sheriff, die vereinte Verwaltung des Countys und der Stadt Kansas City, Kansas, sowie gegen den Beamten Richard Fatherley, der bereits im September wegen Totschlags zweiten Grades angeklagt worden war.

Im Mittelpunkt der Klage steht die Forderung der Angehörigen nach Veröffentlichung von Videoaufnahmen des Einsatzes. Die Anwälte der Familie, darunter der Bürgerrechtsanwalt Ben Crump und Harry Daniels, hatten Einsicht in das Filmmaterial und bekräftigten bei der Klageeinreichung die Bitte um öffentliche Transparenz. Das Sheriff’s Office hat eine Herausgabe der Aufnahmen an Dritte bislang abgelehnt.

Nach dem Schritt der Festnahme im Juli schildern Gerichtsunterlagen, dass Adair wegen Nichterscheinens zu mehreren Verkehrsterminen festgesetzt worden sei. Zum Zeitpunkt der Festnahme sei sein Bein derart infiziert gewesen, dass es amputiert werden musste und er direkt ins Krankenhaus gebracht worden sei, heißt es in einem Affidavit eines Agenten des Kansas Bureau of Investigation. Vor seiner Rückkehr ins Gefängnis sei bei ihm eine Knocheninfektion diagnostiziert worden; zudem habe eine medizinische Überprüfung Schizophrenie festgestellt, sodass er offenbar desorientiert und nicht vollständig bei Bewusstsein gewesen sei.

Zugleich legt die Klage dar, dass Adair nach einer erneuten Verbandsbehandlung mit einem Beamten in Streit geriet und sich aus einem Rollstuhl warf. Wieder in seiner Zelle auf den Bauch gelegt, habe er wiederholt um Hilfe gerufen und dennoch habe Fatherley sein Körpergewicht in den Rücken des Mannes gedrückt, während andere anwesende Beamte nicht eingegriffen hätten. Die Kläger behaupten, die eingesetzten Kräfte hätten ihre Taktik nicht an den offenbar eingeschränkten Geisteszustand Adairs angepasst.