FBI verhaftet Ex‑Mitarbeiterin von Fort Bragg wegen mutmaßlicher Geheimnisweitergabe
Courtney Williams wird beschuldigt, einem Journalisten klassifizierte Unterlagen über Todesfälle und mutmaßliche Drogenverbindungen am Militärstützpunkt Fort Bragg weitergegeben zu haben. Die US‑Justiz hat sie festgenommen und angeklagt.
Nach Angaben des US‑Justizministeriums wurde Courtney Williams, 40, am Dienstag festgenommen und am folgenden Tag angeklagt. Der Strafanzeige zufolge soll Williams während und nach ihrer sechsjährigen Beschäftigung am Standort Fort Bragg klassifizierte Informationen an einen Journalisten weitergegeben haben.
Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht die Verbindung zwischen Williams und dem Investigativjournalisten Seth Harp, der Williams für sein 2025 erschienenes Buch über Fort Bragg interviewte. Das Werk behandelte unter anderem eine Reihe von Todesfällen am Stützpunkt und mutmaßliche Verstrickungen von Eliteangehörigen in den Drogenhandel; die Anklage führt an, dass sowohl ein Artikel als auch das Buch Informationen enthielten, die als klassifiziert eingestuft wurden.
Nach dem Schritt, Williams zu vernehmen, verzeichnete die Strafanzeige offenbar Telefonaufzeichnungen, die Kontakte zwischen ihr und dem Journalisten von 2022 bis in die Gegenwart dokumentieren sollen. Die Behörde zitiert außerdem Textnachrichten, in denen Williams Bedenken über den Umfang veröffentlichter vertraulicher Details geäußert haben soll. Demnach schrieb sie am Tag einer Veröffentlichung, sie habe angenommen, bestimmte Angaben dienten lediglich dem allgemeinen Verständnis.
Zugleich beschreibt die Anklage die Art des Zugangs, den Williams als Angestellte bei Fort Bragg gehabt haben soll: Sie habe als Verwahrerin sensibler Unterlagen fungiert, unter anderem Dokumente zu gefälschten Pässen für verdeckte Einsatzkräfte, und gelegentlich Anrufe im Zusammenhang mit Tarnfirmen der Einheit entgegengenommen. Nach Ende ihres Beschäftigungsverhältnisses sei sie darüber belehrt worden, weiterhin für den Schutz klassifizierter Informationen verantwortlich zu sein, heißt es in der Einreichung.
Daneben reagierten Ermittler und der Journalist unterschiedlich auf die Vorgänge. FBI‑Direktor Kash Patel äußerte, die Behörde verfolge Leaks aktiv und mache entsprechende Festnahmen. Seth Harp wies die Darstellung zurück, ihm sei ein Datenträger mit geheimen Unterlagen übergeben worden, und kritisierte die Ermittlungen scharf; er betonte zugleich, Whistleblower hätten Missstände aufgezeigt und forderte ein stärkeres Vorgehen gegen mutmaßliche Verbrechen am Stützpunkt. Die Anklage wird vor dem US‑Bezirksgericht für den östlichen Bezirk von North Carolina verhandelt, weitere Details zu Beweisen und einem Gerichtsverfahren wurden bislang nicht mitgeteilt.