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Frankreich hält Hochwasser-Warnstufe Rot in drei westlichen Départements aufrecht

In Westfrankreich bleibt die Hochwasserlage kritisch, nachdem Météo‑France am Sonntagmorgen drei Départements bei Flusshochwasser auf Rot belassen hat.

JKCM Desk 2 Min Lesezeit
Titelbild: Frankreich hält Hochwasser-Warnstufe Rot in drei westlichen Départements aufrecht
  • Météo‑France führt Charente‑Maritime, Loire‑Atlantique und Maine‑et‑Loire am 22 Februar weiterhin auf Rot.
  • Vigicrues meldet im nationalen Bulletin eine rote Maximalstufe und spricht von majoren Überschwemmungen auf Maine, Loire und der unteren Charente.
  • Hohe Tidekoeffizienten können den Abfluss in Ästuaren bremsen und Überflutungen bei Flut verlängern.
  • Ancenis‑Saint‑Géréon meldet einen Loire-Pegel von 5,73 Metern und hat mehrere Uferstraßen gesperrt.
  • In Angers wird für die Maine ein länger stabiler Hochwasserstand erwartet, tausende Bewohner sind direkt betroffen.

Die Hochwasserlage in Westfrankreich bleibt am Sonntagmorgen angespannt. Météo‑France führte in der Frühaktualisierung für Sonntag, 22. Februar, weiterhin drei Départements mit der höchsten Warnstufe Rot für das Risiko „Crues“: Charente‑Maritime, Loire‑Atlantique und Maine‑et‑Loire. In acht weiteren Départements der Westhälfte galt Orange, was auf ein großflächiges, zugleich regional sehr unterschiedliches Lagebild hinweist.

Im nationalen Lagebulletin meldete das staatliche Hochwasser-Warnsystem Vigicrues kurz vor 6 Uhr eine weiterhin rote Maximalstufe und sprach von „crues majeures“ auf Maine, Loire und der unteren Charente. Nach Angaben von Vigicrues wirken sich die hohen Tidekoeffizienten an der Atlantikküste in dieser Phase zusätzlich aus, weil Abflüsse in einzelnen Ästuaren während der Hochwasserstände gebremst werden und dadurch Überläufe bei Flut verstärkt auftreten können. Gleichzeitig begünstigt ein trockeneres Wetter die langsame Stabilisierung – die Welle verlagert sich jedoch flussabwärts, weshalb in den nächsten 24 Stunden weiterhin bedeutende bis sehr bedeutende Überflutungen möglich sind.

Vor Ort bereiten sich Kommunen auf eine lange Hochwasserphase vor. In Ancenis‑Saint‑Géréon an der Loire registrierte die Stadtverwaltung am Samstag einen Pegelstand von 5,73 Metern und aktivierte den kommunalen Krisenstab; mehrere Straßen und Zufahrten in Ufernähe wurden gesperrt, während die Hauptbrücke zunächst offen blieb. Die Stadt rechnet damit, dass die Loire über das Wochenende weiter ansteigt und setzt auf Bereitschaftsdienste, um kurzfristig auf neue Schadenslagen reagieren zu können.

Auch in Angers an der Maine wird mit lang anhaltend hohen Wasserständen gerechnet. Die Stadt Angers bezifferte die Marke am Freitagmorgen auf 6,28 Meter und stellte für Samstag einen weiteren Anstieg auf 6,39 Meter in Aussicht; rund 5.000 Menschen seien direkt betroffen, weil Wasser in Gebäuden stehe oder unmittelbar an Wohnlagen heranreiche. In Kombination mit der großräumigen Sättigung der Böden und der großen Einzugsgebietsfläche bedeutet das: Selbst bei ausbleibendem Starkregen bleibt das Risiko für Verkehrsbehinderungen, Stromabschaltungen in überfluteten Straßenzügen und sekundäre Schäden hoch, bis sich die Pegel in den Flusssystemen wieder spürbar zurückbilden.