Hung Cao, ehemaliger Flüchtling und Veteran, wird kommissarischer US‑Marineminister
Nach dem überraschenden Weggang von John Phelan leitet Hung Cao vorläufig das Marineministerium; sein Werdegang, militärischer Hintergrund und frühere politische Äußerungen stehen im Fokus.
Nach dem plötzlichen Rücktritt von Marineminister John Phelan hat Hung Cao die Leitung des US‑Marineministeriums übernommen. Cao, 55, war bislang Unterstaatssekretär für die Marine und wurde vom Verteidigungsministerium interimistisch mit erweiterten Aufgaben betraut. Seine Ernennung fällt in eine Phase, in der Einsatzbereitschaft, Personalfragen und Modernisierungsprojekte zugleich weit oben auf der Agenda stehen.
Nach Angaben aus seiner Biografie floh Cao im Alter von vier Jahren mit seiner Familie aus Vietnam und verbrachte Teile seiner Kindheit in Niger, wo sein Vater für die Entwicklungsbehörde USAID tätig war. Er trat 1989 in die US‑Navy ein, absolvierte die US Naval Academy und diente als Spezialeinsatzoffizier. Zu seinen Einsätzen zählen Missionen in Irak und Afghanistan; im aktiven Dienst war er als Taucher und Kampfmitteltechniker tätig und führte unter anderem einen Bergungseinsatz vor der Küste von Martha’s Vineyard.
Vor seinem Eintritt in die Verwaltung bekleidete Cao Führungsfunktionen im Stab des Chief of Naval Operations und leitete die Budgetprogrammabteilung. 2021 schied er als Kapitän aus dem aktiven Dienst aus. Akademisch verfügt er über einen Master in Angewandter Physik von der Naval Postgraduate School und durchlief Fellowships am MIT und an der Harvard University.
In öffentlichen Auftritten und während seiner Bestätigungsverfahren hat Cao wiederholt auf die Notwendigkeit einer beschleunigten Modernisierung der Flotte hingewiesen. Er bezeichnete die Verfügbarkeit von Schiffen als problematisch und forderte ein Umdenken in der maritimen Kriegsführung, etwa um Hyperschall‑Bedrohungen zu begegnen. Zugleich wurde er mit Aufgaben wie der Modernisierung von Infrastruktur auf Stützpunkten, der Verbesserung der Lebensqualität für Personal und der Anhebung der Rekrutierungsstandards beauftragt.
Die Übergangszeit an der Spitze des Marineministeriums wird Cao vor die Herausforderung stellen, operative Erfordernisse, Personalfragen und politische Prioritäten der Regierung miteinander in Einklang zu bringen. Seine interimistische Ernennung folgt unmittelbar auf Phelans Entscheidung, das Amt zu räumen, und setzt Cao in den Mittelpunkt laufender Debatten über Flottenstärke und Personalpolitik.