Spirit Airlines steht vor akutem Liquiditätsengpass – Regierungskredit wird geprüft
Anwalt von Spirit warnt, die verfügbaren Mittel reichten nur noch wenige Tage; ein mögliches US‑Rettungspaket über 500 Millionen Dollar, das der Regierung bis zu 90% der Anteile verschaffen könnte, steht im Raum.
Nach Angaben des Rechtsbeistands von Spirit Airlines sind der Billigfluggesellschaft binnen weniger Tage die liquiden Mittel ausgegangen, die zur Aufrechterhaltung des Flugbetriebs nötig sind. Marshall Huebner von der Kanzlei Davis Polk erklärte vor einem US‑Insolvenzgericht in New York, das Unternehmen brauche dringend Zugriff auf bestehende Mittel oder neue Finanzierungen, spätestens bis Ende nächster Woche.
Zugleich wies Huebner darauf hin, dass erhebliche Teile der verfügbaren Liquidität der Airline durch Bedingungen aus bestehenden Konkurskrediten blockiert und damit nicht nutzbar seien. Weitere Gelder seien für Lohn‑ und Steuerzahlungen in separaten Konten reserviert. Ohne eine rasche Lösung drohe Spirit, den Flugbetrieb einstellen zu müssen, so die Warnung vor Gericht.
Inzwischen sind staatliche Hilfsoptionen und mögliche Finanzierungsangebote zwischen Spirit und Vertreterinnen und Vertretern der Regierung sowie unterschiedlichen Gläubigergruppen erörtert worden, wie Huebner mitteilte. Konkrete Details nannte er nicht; Gespräche über ein mögliches Rettungspaket stehen demnach auf dem Tisch, wobei ein Kredit in Höhe von 500 Millionen Dollar und eine damit verbundene mögliche Mehrheitsbeteiligung der Regierung in Erwägung gezogen werden.
Gleichzeitig betonte Huebner, dass die Airline bereits mit längerfristigen Problemen zu kämpfen hat, darunter zurückliegende technische Rückrufe, eine gescheiterte Übernahme durch JetBlue und steigende Kosten. Spirit hatte geplant, Mitte des Jahres das Konkursverfahren zu verlassen; nach eigenen Angaben erschwerten zuletzt steigende Treibstoffpreise infolge der Eskalation zwischen den USA, Israel und Iran diesen Zeitplan.
Daneben warnte der Anwalt vor den Folgen eines Ausfalls: Fehlt kurzfristig der Zugang zu gesperrten Mitteln oder neue Finanzierungen, droht ein sofortiger und weitreichender Betriebsstopp. Gläubiger und weitere betroffene Parteien wurden über die Lage und die Optionen informiert; wie die Verhandlungen weiterlaufen und ob die vorgeschlagenen Finanzierungsbedingungen greifen, bleibt offen.