ICE‑Agent in Minnesota wegen Körperverletzung angeklagt – landesweiter Haftbefehl erlassen
Staatsanwälte werfen dem Agenten vor, bei einem Vorfall im Februar seine Dienstwaffe auf zwei Insassen eines anderen Fahrzeugs gerichtet zu haben; gegen ihn wurde ein landesweiter Haftbefehl erlassen.
- Ein ICE‑Agent soll am 5. Februar in Minneapolis während eines Überholmanövers seine Dienstwaffe auf zwei Personen gerichtet haben
- die Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben und einen landesweiten Haftbefehl ausgestellt.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft von Minnesota ist gegen einen Agenten der US‑Einwanderungsbehörde ICE Anklage wegen zweifacher Körperverletzung zweiten Grades erhoben worden. Dem Angeklagten, Gregory Donnell Morgan Jr., wird vorgeworfen, am 5. Februar bei einem Überholmanöver mit seinem unmarkierten SUV auf dem Seitenstreifen einer Autobahn in Minneapolis seine Dienstwaffe auf die Köpfe von zwei Insassen eines anderen Fahrzeugs gerichtet zu haben.
Im Mittelpunkt der Amtserklärung stand die Feststellung, dass die Insassen erst durch das Eingreifen eines Staatspolizisten erkannten, dass es sich bei dem Fahrer um einen Bundesagenten handelte. Hennepin County Attorney Mary Moriarty betonte bei einer Pressekonferenz, es habe keinerlei Rechtfertigung für das Verhalten des Angeklagten gegeben und die Handlung sei als extrem gefährlich bewertet worden.
Nach dem Schritt der Anklageerhebung setzte die Staatsanwaltschaft einen landesweiten Haftbefehl gegen Morgan aus. Moriarty forderte ICE auf, Vorkehrungen zu treffen, damit sich der Beschuldigte stellen könne; der Haftbefehl werde bestehen bleiben, bis Morgan in Gewahrsam genommen sei. Die vorgelegten Anklagepunkte betreffen jeweils Körperverletzung zweiten Grades.
Zugleich steht der Fall in zeitlicher Nähe zu tödlichen Vorfällen im Januar, bei denen zwei US‑Staatsbürger, Renee Good und Alex Pretti, von Bundesbeamten in Minneapolis getötet wurden. Diese Tötungen werden ebenfalls von lokalen Staatsanwälten untersucht; die Ermittlungen dauern an. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft markiert die Anklage gegen Morgan einen ungewöhnlichen Schritt in der Aufarbeitung von Zwischenfällen, die im Zuge der verstärkten Einreisekontrollen der Operation Metro Surge in den Twin Cities stattfanden.
Daneben blieb die Staatsanwaltschaft bei der Pressekonferenz zurückhaltend mit weiteren Details zu den Ermittlungen. Es ist zu erwarten, dass Untersuchung und Verfahren fortgeführt werden, solange der Haftbefehl aktiv ist und bis der Angeklagte gegebenenfalls vor Gericht gebracht wird.