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ICE deportierte 174 DACA‑Empfänger in ersten neun Monaten 2025, sagt Agenturchef in Brief

Interne Schreiben von ICE bestätigen Festnahmen und Abschiebungen von DACA-Empfängern und korrigieren frühere widersprüchliche Angaben innerhalb der Behörde.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: ICE deportierte 174 DACA‑Empfänger in ersten neun Monaten 2025, sagt Agenturchef in Brief
Der amtierende ICE‑Direktor liefert in einem Brief präzise Zahlen und räumt Fehler in vorherigen Mitteilungen ein.

Nach Angaben eines internen Schreibens der US‑Immigrations- und Zollbehörde (ICE) wurden von Januar bis September 2025 insgesamt 174 Personen abgeschoben, die ihren Schutzstatus im Rahmen des Programms Deferred Action for Childhood Arrivals (DACA) erneuerten. Das Schreiben ist vom amtierenden ICE‑Direktor Todd Lyons unterzeichnet und trägt das Datum 7. April; es wurde gegenüber Abgeordneten und der Öffentlichkeit zur Klarstellung vorgelegt.

Gleichzeitig bestätigt das Dokument, dass in demselben Zeitraum 270 DACA‑Empfänger von ICE festgenommen wurden. Die Darstellung folgt auf zuvor widersprüchliche Mitteilungen innerhalb der Behörde: Lyons führt die Diskrepanz auf ein technisches Problem zurück und bezeichnet die Angaben vom 12. Januar als korrekt. Demnach liefert sein Brief erstmals einen zusammenhängenden Überblick über die ersten neun Monate von Präsident Trumps zweiter Amtszeit.

Zugleich teilte das Heimatschutzministerium (DHS) mit, dass zwischen Ende September und Mitte November 2025 weitere 73 DACA‑Empfänger festgenommen worden seien. Damit steigt die Zahl der Festnahmen über die ersten elf Monate 2025 auf mindestens 343. DHS wies darauf hin, dass DACA keinen Rechtsstatus verleiht; Begünstigte könnten aus verschiedenen Gründen, etwa wegen strafrechtlicher Vorwürfe, der Festnahme und Abschiebung unterliegen, und die Mehrheit der Festgenommenen sei wegen Straftaten angeklagt worden.

Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht die politische Debatte um die Behandlung sogenannter Dreamer. US Citizenship and Immigration Services (USCIS) weist rund 533.000 aktive DACA‑Begünstigte landesweit aus. Kritiker bewerten die systematischen Festnahmen und Abschiebungen als deutliche Kehrtwende gegenüber früheren Durchsetzungsprioritäten, während Befürworter des Vorgehens auf die rechtliche Einordnung von DACA und auf mögliche strafrechtliche Gründe für Maßnahmen verweisen.

Daneben haben Lyons’ Klarstellungen unmittelbare politische Folgen: Abgeordnete aus Bundesstaaten mit großen DACA‑Bevölkerungen beklagen eine Eskalation der Durchgriffe, das Innenministerium beruft sich auf rechtliche Grundlagen und laufende Ermittlungen. Lyons, der sein Amt Ende Mai niederlegen wird, lieferte mit dem Schreiben eine formelle Richtigstellung, die zuvor widersprüchliche Darstellungen innerhalb der Behörde zu Festnahmen und Abschiebungen berichtigt.