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US-Regierung schlägt 25% Zölle auf brasilianische Exporte vor wegen unlauterer Praktiken

Das US-Handelsministerium hat im Rahmen einer Section‑301-Untersuchung neue Strafzölle vorgeschlagen und begründet dies mit Wettbewerbsverzerrungen in Bereichen wie Korruptionsbekämpfung, geistigem Eigentum und Abholzung.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: US-Regierung schlägt 25% Zölle auf brasilianische Exporte vor wegen unlauterer Praktiken
  • USTR: Brasilien setze Praktiken, die US-Handel behindern
  • öffentliche Anhörung ist für den 6. Juli angesetzt.

Nach Angaben des Office of the United States Trade Representative (USTR) schlägt die US-Regierung vor, auf Importe aus Brasilien Zölle in Höhe von 25 Prozent zu erheben. Die Maßnahme fußt auf einer Section‑301-Untersuchung, mit der inländische Politikmaßnahmen anderer Staaten geprüft werden können, wenn sie den Handel der Vereinigten Staaten als unbillig oder einschränkend bewerten.

Im Mittelpunkt der Beanstandungen stehen mehrere Politikfelder: Das USTR nennt unter anderem Probleme bei der Anti‑Korruptionsdurchsetzung, mangelhaften Schutz geistigen Eigentums, beschränkten Marktzugang für Ethanol sowie illegale Abholzung. Diese Praktiken würden den US‑Handel belasten oder einschränken, so die Darstellung des Amtes. U.S. Trade Representative Jamieson Greer erklärte, die Untersuchung sei auf Anweisung des Präsidenten eingeleitet worden.

Zugleich betont die Ankündigung, dass es trotz mehrerer konstruktiver Begegnungen zwischen Präsident Trump und dem brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva weiter substantielle Differenzen über die festgestellten Probleme gebe. Als nächsten Schritt hat das USTR eine öffentliche Anhörung für den 6. Juli vorgesehen, um Kommentare zu den vorgeschlagenen Maßnahmen und möglichen Ausnahmen zu sammeln, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird.

Der neue Vorschlag folgt auf eine frühere Eskalationsrunde: Im Juli 2025 waren bereits 50‑prozentige Zölle gegen Brasilien verhängt worden, die das US‑Supreme Court im Februar wieder aufgehoben hatte. Nach dieser Entscheidung blieb Washington nach Angaben des USTR vorerst nur die Möglichkeit, global einen Zollsatz von zehn Prozent anzuwenden, bis nun die neue 25‑Prozent‑Initiative vorgeschlagen wurde.

Parallel kündigte das Weiße Haus Anpassungen bei Zöllen auf bestimmte Stahl-, Aluminium- und Kupferimporte an. So sollen Zölle auf landwirtschaftliche Geräte wie Mähdrescher und Erntemaschinen von 25 auf 15 Prozent gesenkt und die Produktkategorien, die für diesen Satz in Frage kommen, erweitert werden. Für Kapitalgüter, die mindestens 85 Prozent US‑Stahl und ‑Aluminium nach Gewicht enthalten, ist künftig ein Zollsatz von zehn Prozent vorgesehen statt bisher 95 Prozent.

Die vorgeschlagenen 25 Prozent Zölle auf brasilianische Waren würden eine Verschärfung der Handelspolitik gegenüber einem bedeutenden südamerikanischen Partner darstellen und könnten kurzfristig Handelsströme sowie Unternehmen mit engen Brasilien‑Beziehungen belasten. Die öffentliche Anhörung im Juli wird klären, welche konkreten Warenlisten, Ausnahmen und Umsetzungsfristen das USTR in seine finale Entscheidung aufnimmt.