Demokraten wehren sich gegen Regel, die Kryptowährungen für 401(k)-Pläne öffnen würde
Führende Demokraten warnen, der Entwurf des Arbeitsministeriums setze Rentensparer massivem Risiko aus und könnte rechtlich anfechtbar sein.
Nach Angaben führender Demokraten wenden sich mehrere ranghohe Parlamentarier gegen einen Vorschlag des US-Arbeitsministeriums, der Arbeitgeber-Sparplänen (401(k)) Investitionen in Kryptowährungen sowie in Private-Credit- und Private-Equity-Produkte erlauben würde. In einem gemeinsamen Schreiben argumentieren Senator Bernie Sanders, Senatorin Elizabeth Warren und Bobby Scott, ranghöchster Demokrat im House Education and Workforce Committee, die Änderung entziehe Rentensparern bewährten Anlegerschutz und setze deren Vermögen unnötigen Risiken aus.
Im Mittelpunkt der Kritik steht die Größenordnung der betroffenen Anlagen: Den Abgeordneten zufolge könnten rund 14,2 Billionen US-Dollar an 401(k)-Ersparnissen in volatile und schwer zu bewertende Produkte gelenkt werden. Sie warnen, dass komplexe und teurere Anlageformen langfristige Renditen schmälern und höhere Gebühren nach sich ziehen könnten. Zudem äußern die Unterzeichner Zweifel, ob die geplante Regel einer gerichtlichen Überprüfung standhalten würde.
Zugleich betonen Verbraucherschützer, die Regel nütze vor allem der Kryptoindustrie und erhöhe die Gefährdung von Alterskonten. Ein Vertreter von Americans for Financial Reform warnte davor, die Öffnung der 401(k)-Pläne für solche Produkte könne Sparer einem ‚Ponzi‑ähnlichen‘ Risiko aussetzen. Die Demokraten hoben außerdem hervor, dass viele ältere US-Bürger bereits wirtschaftlich angeschlagen seien; nach OECD-Angaben lebten mehr als 22,8 Prozent der Senioren in den USA in Armut, was die Verwundbarkeit gegenüber Verlusten an den Rentenkonten verstärke.
Inzwischen verteidigt die Verwaltung den Vorstoß mit dem Argument, Arbeitnehmern würden dadurch zusätzliche Anlageoptionen eröffnet. Keith Sonderling, amtierender Arbeitsminister, betonte, Verwalter müssten ein sorgfältiges Prüfverfahren anwenden, bevor neue Produkte in 401(k)-Pläne aufgenommen werden. Finanzminister Scott Bessent stellte die Regel als Teil einer wirtschaftspolitischen Initiative der Regierung dar.
Daneben warnen Kritiker, dass insbesondere die hohe Volatilität von Kryptowährungen und mögliche Missbrauchsformen die Risiken für Privatanleger steigern könnten. Die Demokraten fordern deshalb die Rücknahme oder grundlegende Überarbeitung des Entwurfs, solange offene Fragen zu Verbraucherschutz, Gebührenstruktur und rechtlicher Haltbarkeit nicht geklärt sind. Das Arbeitsministerium hat zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht auf Anfragen geantwortet.