Ineos Automotive peilt starkes US‑Wachstum und Breakeven an – US-Produktion wird geprüft
Der von James Ratcliffe unterstützte Hersteller will den US‑Absatz um rund ein Drittel steigern, peilt noch in diesem Jahr den Break‑even an und prüft eine Produktion in den USA.
Nach Angaben von Ineos Automotive plant der britische Offroad‑Hersteller, seinen Vertrieb in den USA im laufenden Jahr deutlich auszubauen. Das Management formulierte das Ziel, den amerikanischen Absatz gegenüber dem Vorjahr um etwa 30 bis 35 Prozent zu steigern, und strebt an, noch in diesem Jahr die Gewinnschwelle zu erreichen.
Im Mittelpunkt der Expansionsstrategie steht der Grenadier, das gas‑ und dieselbetriebene Flaggschiffmodell. Für das erste Quartal meldete das Unternehmen einen Rekord bei Bestellungen für dieses Fahrzeug, was den Start ins Jahr als sehr positiv kennzeichnete. Chief Commercial Officer Mike Whittington betonte, dass die Marke nach den Lieferketten‑ und Zollproblemen des Vorjahres nun wieder an Fahrt gewinnen wolle.
Nach dem Schritt in Richtung US‑Wachstum prüft Ineos konkrete Optionen für eine Montage in den Vereinigten Staaten. CEO Lynn Calder erklärte, begrenzte Fertigungsaktivitäten in den USA könnten helfen, tarifliche Hürden wie die 25‑prozentige Einfuhrabgabe auf leichte Nutzfahrzeuge zu umgehen. Eine solche Fertigung würde zudem zur langfristigen Zielmarke beitragen: Ineos strebt Verkäufe von 200.000 bis 250.000 Einheiten bis in die frühen 2030er Jahre an.
Zugleich bleibt das Unternehmen finanziell vorsichtig. Calder bestätigte, seit Gründung 2017 rund zwei Milliarden US‑Dollar investiert zu haben, nannte jedoch sonst nur begrenzte Details. Ineos betont, mit einem schlanken Kostenmanagement und gezielten Markterweiterungen wachsen zu wollen, weist aber auch auf die kapitalintensive Natur des Automobilgeschäfts und den harten Wettbewerb hin, vor allem durch Anbieter mit elektrischen Modellen.
Inzwischen ist der US‑Markt für Ineos besonders wichtig: Er macht laut Unternehmensangaben derzeit rund 60 Prozent des Absatzes aus. Die Fahrzeuge werden in etwa 50 Märkten verkauft; der Schwerpunkt auf den Vereinigten Staaten soll den Weg zu höherer Stückzahl und Profitabilität ebnen.
Daneben unterstreichen die Führungskräfte, dass das Unternehmen in den vergangenen Jahren auf Effizienz gesetzt habe, um mit moderaten Mehrverkäufen die Rentabilität zu erreichen. Mit der Kombination aus Nachfrageanstieg, möglichen Produktionsanpassungen und striktem Kostenfokus will Ineos den Grenadier‑Vertrieb in den wichtigsten Märkten ausbauen und das Unternehmen in die Gewinnzone führen.