Irland weitgehend lahmgelegt: Treibstoffproteste blockieren Raffinerien und Städte
Bauern, Landmaschinen und Lkw blockieren Raffinerien, Terminals und Straßen; vielerorts sind Zapfsäulen leer, Regierung hält Armee bereit.
- Dritte Protestwelle legt die Kraftstoffversorgung teilweise lahm
- Regierungschef spricht von «nationaler Sabotage».
Nach Angaben lokaler Beobachter und Medien haben sich die Proteste gegen die steigenden Kraftstoffpreise in Irland in weite Teile des Landes ausgeweitet und zentrale Infrastrukturstandorte blockiert. Landwirte, landwirtschaftliche Unternehmer und Fernfahrer errichten seit Tagen Barrikaden und verhindern die Zufahrt zu Raffinerien, Terminals und wichtigen Verkehrsachsen; zahlreiche Tankstellen melden bereits leere Zapfsäulen.
Im Mittelpunkt der Empörung steht die Verteuerung von Diesel und Benzin, die die Demonstranten auf die Auswirkungen des Kriegs in der Region um Iran und die damit verbundenen Energiepreisschocks zurückführen. Offizielle Branchenverbände wie die Irish Farmers' Association und die Irish Road Haulage Association sind nach vorliegenden Angaben nicht an den Blockaden beteiligt; die Aktion wird überwiegend von einzelnen Landwirten und Transporteuren organisiert.
Zugleich signalisiert die Regierung Entschlossenheit: Militärpersonal wurde in Bereitschaft versetzt, um bei Bedarf bei der Räumung von Blockaden an Terminals und Raffinerien eingreifen zu können. Der irische Regierungschef Micheál Martin verurteilte die Blockaden scharf und bezeichnete sie als einen Akt «nationaler Sabotage», wobei er die Widersprüchlichkeit kritisierte, in einer Phase hoher Preise den Zugang zu Treibstoff zu verhindern.
In Dublin führten Aktionen auf zentralen Straßenabschnitten zu teilweisen Verkehrsstillständen, und auch auf Autobahnabschnitten wurden Störungen gemeldet. Die Lage bleibt angespannt, weil die Versorgung mit Kraftstoffen in den kommenden Tagen wesentlich von der Dauer der Blockaden und möglichen staatlichen Eingriffen abhängen wird.