KI-Streit: Niederlage für Elon Musk – US-Jury weist Klage gegen OpenAI ab
Ein US-Gericht erklärt Musks Klage gegen OpenAI für verjährt – ernsthafte Eingriffe in Führung und Finanzierung bleiben damit ausgesetzt.
- Eine Geschworenen-Jury befand, Elon Musk habe seine Klage zu spät eingereicht
- Richterin Yvonne Gonzalez Rogers folgt diesem Rat.
Nach Angaben aus New York ist Elon Musk mit seinem Versuch gescheitert, die Leitung von OpenAI juristisch zu entmachten. Eine Geschworenen-Jury in Kalifornien kam zu dem Schluss, dass Musks Klage verjährt sei, weil er die Vorwürfe erst nach Ablauf der in Kalifornien geltenden Dreijahresfrist eingereicht habe. Richterin Yvonne Gonzalez Rogers kündigte an, der Empfehlung der Jury in dieser Frage zu folgen.
Im Mittelpunkt der Klage stand Musks Forderung, OpenAI-Chef Sam Altman und Präsident Greg Brockman ihres Amtes zu entheben und die Unternehmensstruktur zu ändern. Musk, einst Geldgeber von OpenAI, warf den beiden vor, eine ursprünglich gemeinnützige Organisation zugunsten einer gewinnorientierten Einheit umgewandelt zu haben und davon persönlich profitiert zu haben. Diese Anschuldigungen bildeten den Kern des mehrwöchigen Prozesses in Oakland, entschieden wurden sie jedoch nicht in der Sache.
Zugleich war der Zeitpunkt der Klage für den Ausgang ausschlaggebend: Musk hatte seine Unterstützung für OpenAI bereits 2020 eingestellt, reichte die Klage aber erst 2024 ein. Die Juroren werteten dies als Überschreitung der Verjährungsfrist und verzichteten deshalb auf eine inhaltliche Prüfung der materiellen Vorwürfe. Richterin Gonzalez Rogers wird die Beratungsentscheidung der Geschworenen zur Verjährung in ihr Urteil übernehmen.
In den Verhandlungstagen kamen zahlreiche Details zur frühen Finanzierung und zur Entstehung von OpenAI zur Sprache. Musk legte dar, er habe in der Anfangszeit erhebliche Beiträge geleistet und Kosten wie Mieten übernommen; OpenAI wies diese Darstellung zurück und betonte, der gemeinnützige Kern übe weiterhin Kontrolle aus und die gewinnorientierte Einheit sei notwendig gewesen, um große externe Investitionen zu ermöglichen.
In den Schlussplädoyers zeichneten beide Seiten ein anderes Bild der Glaubwürdigkeit des jeweils anderen. Musks Anwälte zitierten Zeugen, die seine Vorwürfe untermauern sollten; die Verteidigung hob Widersprüche und Zweifel an. Ein Erfolg Musks hätte die Finanzierung von OpenAI und damit die Wettbewerbsposition in der boomenden KI-Branche nachhaltig beeinflussen können. Durch die Entscheidung der Jury bleibt der bisherige Führungskern vorerst im Amt.