Kommission legt AccelerateEU vor, um Europa gegen neue Energieknappheit zu wappnen
Das Paket verbindet kurzfristige Entlastungen mit strukturellen Reformen – von koordiniertem Gasspeicher‑Management über Netzausbau bis zur umfassenden Elektrifizierung von Verkehr und Industrie.
Im Mittelpunkt steht AccelerateEU, das Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am 22. April vorstellte und das kurzfristige Entlastungen mit langfristigen Klimazielen verknüpfen soll. Vorgesehen sind koordinierte Gasspeicherstrategien der Mitgliedstaaten sowie erleichterte staatliche Beihilfen, ergänzt durch gezielte Hilfe für besonders Betroffene in Form von Einkommenshilfen, Energie‑Gutscheinen und gesenkten Verbrauchssteuern.
Zugleich setzt das Paket auf eine beschleunigte Elektrifizierung: Die sogenannte Electrification Act soll Elektrizität als dominanten Energieträger in Verkehr, Industrie, Gebäuden und bei Heizungen etablieren, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Energieeffizienzmaßnahmen sollen die Nachfrage senken, während der Ausbau erneuerbarer Erzeugungskapazitäten den bereits hohen Anteil grüner Erzeugung weiter erhöhen soll; in der Vorlage wird dieser Anteil mit 70 Prozent benannt.
Daneben plant die Kommission strukturelle Schritte zur Modernisierung der Infrastruktur. Die Verabschiedung eines Grids Package ist für Sommer 2026 anvisiert, um auf das rund 11 Millionen Kilometer lange Leitungsnetz Einfluss zu nehmen und den Netzausbau zu beschleunigen. Ergänzend wird ein Fuel Observatory eingerichtet, das Importe und Exporte von Verkehrskraftstoffen überwachen und Mitgliedstaaten bei drohenden Engpässen warnen soll.
Nach dem Schritt zielt das Paket darauf ab, kurzfristige Entlastungsmaßnahmen mit dauerhafter Resilienz zu verbinden: Durch koordinierte Speicherpolitik, schnelleres Tempo beim Netzausbau und verstärkte Elektrifizierung will die Kommission wiederkehrende, großflächige Energieknappheit verhindern und die EU‑Abhängigkeit von fossilen Importen nachhaltig verringern. Ziel ist es zugleich, über öffentliche Initiativen private Investitionen in den sauberen Energiesektor zu mobilisieren.
Inzwischen betont die Vorlage eine multi‑seitige Strategie: Sofortige Maßnahmen sollen akute Belastungen mildern, strukturelle Reformen die Grundlage dafür legen, dass Versorgungssicherheit künftig stärker aus eigenen, erneuerbaren Quellen gespeist wird. Die Kombination aus Nachfragereduzierung, Netzausbau und koordinierter Lagerhaltung soll die Union robuster gegen externe Schocks machen.