Leitartikel: Trumps Krieg gegen Iran zieht in sechste Woche – Fehleinschätzungen und ökonomische Risiken
Eine Kolumnistin macht Überheblichkeit und Unkenntnis für das Scheitern der US-Strategie verantwortlich; die Blockade der Straße von Hormuz und fehlende Verbündete treiben die ökonomischen Kosten in die Höhe.
Nach Angaben einer Kolumne in The Guardian ist der US-Angriff gegen Iran in die sechste Woche gegangen und hat seine ursprünglich erklärten Ziele bisher nicht erreicht. Was als präzise, überwältigende Militärkampagne angekündigt worden sei, habe weder zur Schwächung des Regimes noch zu einem schnellen Machtwechsel durch Massenaufstände geführt. Stattdessen zeichne sich ein Konfliktbild ab, das in vielen Punkten von den anfänglichen Erwartungen abweiche.
Gleichzeitig konstatiert die Autorin, dass die militärische Realität anders aussage als prognostiziert: Iran setze wiederholt auf asymmetrische Mittel wie Drohnen und Raketen, mit denen die Stabilität in der Golfregion gestört worden sei. Diese Angriffe hätten bereits Auswirkungen auf regionale Verkehrswege und Energieflüsse; so sei etwa die Straße von Hormuz faktisch blockiert, was nach Einschätzung der Kolumnistin erhebliche ökonomische Kosten nach sich ziehe und die globalen Energiemärkte belastet.
Unterdessen habe die US-Regierung es versäumt, breite Unterstützung bei europäischen und Golf-Partnern für eine gemeinsame Offensive oder für Maßnahmen zur Wiedereröffnung der Handelswege zu gewinnen. Die Autorin führt dieses Fehlen kollektiver Aktionen auf eine Kombination aus Überschätzung der eigenen Macht und Unterschätzung der Komplexität des iranischen politischen und militärischen Systems zurück. Die Erwartung eines schnellen inneren Zusammenbruchs des Gegners sei bislang nicht eingetroffen.
Daneben warnt die Kolumnistin davor, die Reaktionsfähigkeit Irans und die regionalen Folgen militärischer Operationen zu unterschätzen. Militärische Erwartungshaltungen, die von schneller Unterwerfung ausgehen, bildeten nicht die politische Realität vor Ort ab. Angesichts der anhaltenden Angriffe und der fehlenden Allianzbereitschaft dürften die Kosten des Konflikts sowohl in materieller Hinsicht als auch für die internationale Politik weiter steigen.