Marketa Vondroušová erklärt verweigerte Dopingkontrolle mit psychischer und physischer Belastung
Die frühere Wimbledon‑Championin wurde von der ITIA wegen Verweigerung einer Dopingprobe angeklagt; sie nennt monatelange physische und psychische Belastung, Angst und Protokollmängel als Gründe.
Nach Angaben der Spielerin weigerte sich Marketa Vondroušová im Dezember 2025, einen Dopingkontrolleur in ihre Wohnung zu lassen, weil sie einen Zusammenbruch befürchtete. Die 26‑Jährige schrieb, sie sei nach Monaten körperlicher und mentaler Belastung erschöpft und verletzlich gewesen; in diesem Zustand habe sie aus Angst nicht geöffnet. Ihre Darstellung macht deutlich, dass es ihr in dem Moment weniger um die Umgehung eines Tests als um das unmittelbare Gefühl persönlicher Unsicherheit gegangen sei.
Im Mittelpunkt ihrer Erklärung steht eine medizinische Einschätzung: Experten hätten bei ihr eine akute Stressreaktion und eine generalisierte Angststörung diagnostiziert. Vondroušová betonte, die Entscheidung sei nicht vorsätzlich getroffen worden, sondern Ergebnis eines psychischen Ausnahmezustands. Zugleich beklagte sie, der Kontrolleur habe die geltenden Identifikations‑ oder Protokollvorgaben nicht ausreichend beachtet, was ihre Angst weiter verstärkt habe.
Inzwischen hat die Internationale Tennis‑Integritätsagentur Vondroušová formell wegen Verweigerung einer Dopingprobe geladen und eine Untersuchung eingeleitet. Sollte die Spielerin für schuldig befunden werden, sieht das Regelwerk eine Sperre von bis zu vier Jahren vor. Vondroušová hat keinen vorläufigen Rücktritt erklärt und kann somit weiterhin antreten; sie hat jedoch seit Januar wegen Schulterproblemen kein Turnier bestritten.
Daneben schilderte sie eine längere Vorgeschichte von Verletzungen, Schlafproblemen und andauerndem Druck, die sie zunehmend erschöpft hätten. Jahrelange Hassnachrichten und Drohungen hätten ihr Sicherheitsgefühl beeinträchtigt und das Zuhause für sie zu einem unsicheren Ort gemacht. Als zusätzlichen Auslöser nannte sie den Angriff auf eine Kollegin im Jahr 2016, der ihr Misstrauen gegenüber Fremden an der Haustür verstärkt habe.
Unterdessen machte Vondroušová deutlich, sie wolle sowohl ihre Unschuld klären als auch Zeit zur Genesung nutzen. Sie bedankte sich bei Familie, Freund und Unterstützern für deren Beistand, lieferte aber keine weiteren Details zum laufenden Verfahren. Die Spielerin sagte, sie versuche, sich Schritt für Schritt sowohl auf die Rückkehr auf den Platz als auch auf ihre psychische Gesundheit zu konzentrieren.