Melania Trump rückt Epstein-Affäre durch überraschende Erklärung wieder ins Zentrum
Die First Lady forderte öffentliche Kongressanhörungen für Epstein‑Überlebende; Opfervertreter reagierten prompt und kritisch.
Nach Angaben trat Melania Trump am Donnerstag vor das Weiße Haus‑Podium und verlangte ein Ende der Gerüchte über Verbindungen zu Jeffrey Epstein. In einer vorbereiteten Erklärung sagte sie, sie habe weder eine Beziehung zu Epstein oder Ghislaine Maxwell gehabt noch sei Epstein als Einführung zu ihrem Mann aufgetreten; zudem versicherte sie, nichts von Epsteins Verbrechen gewusst zu haben. Abschließend rief sie zu öffentlichen Kongressanhörungen auf, damit Überlebende aussagen und die Wahrheit ans Licht kommen könne.
Gleichzeitig zog die Rede binnen Minuten intensive mediale Aufmerksamkeit auf sich: US‑Kabelsender unterbrachen teilweise ihre Berichterstattung über Iran, um die Erklärung live zu zeigen. Im Umfeld der Regierung sei die Ankündigung überraschend gewesen; selbst Personen mit enger Verbindung zur Administration hätten demnach zuvor kaum Vorwarnung erhalten. Präsident Donald Trump erklärte, er habe nicht gewusst, dass seine Frau diese Erklärung abgeben werde, obwohl eine Sprecherin der First Lady zunächst einen gegenteiligen Eindruck erweckt hatte.
Reaktionen von Opfervertretern kamen schnell und fielen gespalten aus. Dreizehn Überlebende sowie Angehörige von Virginia Roberts Giuffre veröffentlichten eine gemeinsame Stellungnahme und kritisierten, die Aufforderung zur weiteren Zeugenaussage verlagere die Last auf die Opfer und diene eher der Ablenkung als der Verantwortung. In ihrer Erklärung warfen sie dem Justizministerium und anderen Behörden vor, nicht vollständig bei der Offenlegung von Dokumenten im Epstein‑Kontext kooperiert zu haben.
Zugleich wiesen Beobachter auf den Umfang bereits freigegebener Unterlagen hin: Von rund sechs Millionen Dokumenten seien demnach 3,5 Millionen veröffentlicht worden, während für den Rest rechtliche Schranken geltend gemacht würden. Einige Überlebende äußerten Unverständnis über das Timing der Erklärung der First Lady und forderten konkrete Maßnahmen statt symbolischer Gesten; andere sahen in dem Vorstoß eine Chance, die öffentliche Debatte neu zu entfachen.
Unterdessen bleibt offen, ob der öffentliche Auftritt die Ermittlungen oder die politische Debatte nachhaltig beeinflussen wird. Die Forderung nach Anhörungen verlagert die Diskussion unmittelbar in den Kongress, wo Abgeordnete und Überlebende mögliche nächste Schritte beraten dürften. Beobachter und Beteiligte forderten abschließend, die Ankündigung müsse nun durch konkrete Maßnahmen untermauert werden, damit sie mehr bewirke als ein vorübergehendes Medienecho.