Mindestens fünf von Trump begnadigte Teilnehmer des 6. Januar nun erneut beschuldigt – jüngster Fall in Texas
Ryan Nichols wurde in Texas festgenommen, weil er einem Mann auf dem Parkplatz einer Kirche angeblich eine Schusswaffe gezeigt und ihn bedroht haben soll. Nichols war 2023 im Zusammenhang mit dem Sturm auf das Kapitol verurteilt und 2025 von Präsident Trump begnadigt worden.
Nach Angaben lokaler Behörden ist Ryan Nichols der jüngste in einer Reihe von Personen, die nach einer Begnadigung durch Präsident Donald Trump wieder strafrechtlich in Erscheinung getreten sind. Den Angaben zufolge soll Nichols am 10. Mai in Harleton, Texas, einer anderen Person auf dem Parkplatz einer Kirche drohend eine Schusswaffe gezeigt haben; die Festnahme erfolgte einen Tag später, teilte das Büro des Sheriffs von Harrison County mit.
Im November 2023 hatte Nichols sich im Zusammenhang mit dem Sturm auf das US-Kapitol schuldig bekannt. Er räumte unter anderem ein, Polizisten mit Pfefferspray angegriffen und ein Video gedreht zu haben, in dem er Gewalt androhte. Ein Bundesrichter verurteilte ihn daraufhin zu fünfeinhalb Jahren Haft; nach der unbedingten Begnadigung durch Trump am ersten Tag dessen zweiter Präsidentschaft im Januar 2025 wurde Nichols vorzeitig freigelassen.
Die Ermittler geben an, der mutmaßliche Vorfall habe sich zugetragen, als Nichols eine Person konfrontierte, die versuchte, mit seiner Familie das Gelände zu verlassen. Der angebliche Geschädigte berichtete, Nichols habe sein Hemd hochgezogen, eine Waffe gezeigt und die Hand um den Griff gelegt, woraufhin er sich in Lebensgefahr fühlte. Nichols wurde wegen Gefährdung mit einer tödlichen Waffe festgenommen; außerdem bestanden laut Sheriffbüro weitere Haftbefehle wegen Belästigung. Zwei Tage nach der Festnahme wurde er gegen eine Kaution von 8.000 US-Dollar entlassen.
Zugleich reiht sich die Festnahme in eine wachsende Zahl ähnlicher Fälle ein: Eine Datenbank der Non-Profit-Organisation Citizens for Responsibility and Ethics in Washington listete mehr als 30 begnadigte Angreifer. Vor Nichols’ Festnahme hatten demnach bereits vier Personen nach einer Begnadigung neue Anzeigen erhalten, darunter Vorwürfe wie Bedrohung und Gewalt sowie Verurteilungen in anderen Bundesstaaten.
Der Fall Nichols verdeutlicht die anhaltenden rechtlichen und politischen Spannungen rund um die Begnadigungen für Teilnehmer des 6. Januar. Konkrete rechtliche Folgen der jüngsten Anschuldigungen hängen nun von den laufenden Ermittlungen und möglichen Anklagen der zuständigen Staatsanwaltschaften ab.