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Mitglieder neo‑nazistischer 'Active Clubs' nehmen an Kampfevents auf geheimem Anwesen in Virginia teil

Ein Netzwerk rechter Kampforganisationen reiste aus mehreren US‑Bundesstaaten nach Lynchburg, um an Riot‑artigen Auseinandersetzungen und gemeinsamer Ausbildung auf einem abgelegenen Anwesen teilzunehmen.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Mitglieder neo‑nazistischer 'Active Clubs' nehmen an Kampfevents auf geheimem Anwesen in Virginia teil
Fotos und Videos zeigen ein acht‑gegen‑acht Gefecht, gemeinsames Grappling‑Training im Devotion Jiu‑Jitsu und Kontakte zwischen erwachsenen Teilnehmern und Minderjährigen.

Nach Angaben der Recherchen versammelten sich in den vergangenen Wochen Mitglieder sogenannter active clubs sowie weiterer rechtsextremer Gruppierungen auf einem abgelegenen Anwesen bei Lynchburg, Virginia, das von den Wolves of Vinland betrieben wird. Aus Social‑Media‑Postings und Gruppenchats geht hervor, dass Aktivisten aus Texas, Tennessee und Pennsylvania zu gemeinsamen Trainingswochenenden anreisten; dort fanden neben Netzwerkarbeit auch Kampf‑ und Trainingsveranstaltungen statt.

Zugleich nahmen Mitglieder der weißen supremacistischen Gruppe Patriot Front und der Neonazi‑Skinheadgruppe Hammerskins an den Treffen teil. Fotomaterial vom 6. Dezember zeigt ein acht‑gegen‑acht Gefecht auf dem Gelände sowie gemeinsames Training in einer vor Ort betriebenen Grappling‑Einrichtung, die als Devotion Jiu‑Jitsu bezeichnet wird und Verbindungen zu den Wolves of Vinland aufweist.

Im Mittelpunkt der Beobachtungen stehen Teilnehmer aus zivilen Berufen, deren Präsenz Experten als alarmierend einstufen. Zu den identifizierten Personen zählen ein lizenzierter Lehrer aus Georgia, ein ehemaliger Polizeibeamter aus West Virginia, der inzwischen ein Grappling‑Studio für Kinder betreibt, ein Rettungssanitäter aus Tennessee, der Sohn eines bekannten Abtreibungsgegner‑Aktivisten aus Maine sowie ein Betreiber eines Hundespazierdienstes aus Vermont. Hinzu kommen Active‑Club‑Mitglieder mit Verbindungen zu einem russischen Fight‑Club‑Ableger.

Daneben dokumentieren Bilder und Videos direkte Kontakte zwischen erwachsenen Teilnehmern und Jugendlichen: Mehrere Wolves‑Mitglieder agierten als Mentoren oder Schiedsrichter bei lokalen Kämpfen, und einzelne Teilnehmer gaben an, dass auch ihre minderjährigen Söhne an Auseinandersetzungen beteiligt gewesen seien. Diese Hinweise bestärken Befürchtungen, wonach die Gruppen Aktivitäten nutzen, um junge Menschen gezielt anzusprechen.

Die Recherchen zeichnen ein Bild, in dem Kampfsport, Fitnessrituale und rechtsextreme Ideologie miteinander verwoben werden. Die 'active clubs' sind ein loses Netzwerk lokaler, rechtsradikaler Kampfgemeinschaften, das von Robert Rundo gegründet wurde; Rundo verbüßte 2024 eine Haftstrafe wegen Verschwörung zur Organisation von Ausschreitungen bei politischen Kundgebungen in Kalifornien. Experten sehen in der Kombination aus körperlicher Praxis und Ideologie ein Mittel zur Anwerbung und Radikalisierung, insbesondere junger Männer.

Gleichzeitig illustrieren die dokumentierten Vorfälle die wachsende Praxis rechter Milizen, regionale Netzwerke für gemeinsame Trainings und Gewalt‑Events zu nutzen. Gesetzgeberische oder behördliche Reaktionen sind in den vorliegenden Unterlagen nicht genannt; die Recherche beschränkt sich auf überprüfbare Beobachtungen aus öffentlich zugänglichem Social‑Media‑Material und belegbaren Angaben zu beteiligten Personen.