Nach Aufhebung strenger Impfregeln in Mississippi: Keuchhusten stieg, ein Baby starb
Eine Guardian‑Recherche bringt die Aufhebung strenger Schulimpfpflichten 2023 in Verbindung mit Unterstützern von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr.; seither gingen Schutzraten bei Vorschulkindern zurück und religiöse Befreiungen nahmen zu.
- Ein Bundesrichter setzte 2023 rigide Impfauflagen außer Kraft
- anschließend stiegen Keuchhustenfälle und es gab den ersten Keuchhusten‑Todesfall im Staat seit 13 Jahren.
Nach Angaben einer Recherche der Guardian veränderte die gerichtliche Entscheidung von 2023, die strikte Impfregeln für Schulen in Mississippi außer Kraft setzte, das Verhältnis von Impfbefreiungen und Krankheitsausbrüchen im Bundesstaat. Die Lockerung ermöglichte religiöse Ausnahmen, deren Zahl seitdem deutlich zugenommen hat, und fiel zeitlich zusammen mit einem Anstieg von Keuchhustenfällen, den Ärzte und Gesundheitsbehörden registrierten.
Gleichzeitig meldeten Gesundheitsbehörden und behandelnde Mediziner, dass Mississippi im vergangenen Jahr eine Zunahme an Keuchhusten verzeichnete, die in der Folge zum Tod eines Säuglings führte — dem ersten Keuchhusten‑Todesfall im Staat seit 13 Jahren. Vor der Umsetzung der neuen Regeln hatten Gesundheitsvertreter ausdrücklich vor der Rückkehr vermeidbarer Krankheiten wie Masern, Diphtherie und Keuchhusten gewarnt.
Im Mittelpunkt der Debatte stehen die Folgen für den Gemeinschaftsschutz. Mississippi hatte über Jahrzehnte sehr hohe Impfquoten; die Gesundheitsbehörde nennt für das laufende Schuljahr eine Gesamtrate von 99,5 Prozent. Daneben zeigen die Daten aber einen Rückgang bei den Jüngsten: Die Impfraten in Kindergärten fielen auf rund 97 Prozent und liegen damit mehrere Punkte unter früheren Werten. Für Pädiater und lokale Mediziner ist dies alarmierend, weil niedrigere Raten die sogenannte Herdenimmunität schwächen können.
Nach dem Schritt, die religiösen Ausnahmen zuzulassen, berichten Ärzte von spürbaren Folgen in Praxen und Kliniken. Manche Mediziner bewerten die gerichtliche Kehrtwende als Bruch mit früherer Rechtsprechung, die religiöse Ausnahmen eingeschränkt hatte, um Kinder vor übertragbaren Krankheiten zu schützen. Zugleich dokumentiert die Recherche enge Verflechtungen zwischen der Kampagne zur Regeländerung und Personen mit Verbindungen zum Gesundheitsminister, wobei die betroffenen Akteure auf direkte Anfragen zur Verbindung zwischen dem Urteil, dem Keuchhustenanstieg und dem Todesfall nicht eingingen.