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Nach Erdbeben bei Bratislava registrieren Seismologen Nachbeben am Samstagabend

Nach dem Erdbeben der Magnitude 4,3 östlich von Bratislava registrierten Seismologen am Samstagabend weitere Nachbeben, während Behörden zunächst keine größeren Schäden meldeten.

JKCM Desk 2 Min Lesezeit
Titelbild: Nach Erdbeben bei Bratislava registrieren Seismologen Nachbeben am Samstagabend
  • Das EMSC listet für das Hauptbeben eine Magnitude von 4,3 und eine Uhrzeit von 13:44 Ortszeit.
  • Das Epizentrum lag nahe Šamorín, rund 30 Kilometer ost-südöstlich von Bratislava.
  • Ein Nachbeben am Abend erreichte nach Medienangaben Magnitude 2,6.
  • Behörden sammelten zunächst Schadensmeldungen und erhielten zahlreiche Anrufe bei Einsatzstellen.
  • Seismologen rechnen nach spürbaren Ereignissen häufig mit weiteren kleineren Nachbeben.

Nach dem spürbaren Erdbeben im Raum Bratislava am Samstagnachmittag haben Seismologen am Abend weitere Nachbeben registriert. Das europäische seismologische Zentrum EMSC verzeichnete für das Hauptbeben eine Magnitude von 4,3 und einen Ursprung am 21. Februar um 12:44 UTC (13:44 Uhr Ortszeit) rund 30 Kilometer ost-südöstlich von Bratislava. Das Epizentrum lag demnach im Gebiet südöstlich der Hauptstadt, die Herdtiefe wurde mit wenigen Kilometern angegeben.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in der Slowakei berichtete, das Beben sei in weiten Teilen des Landes wahrgenommen worden, vereinzelt auch jenseits der Grenze. Nach Angaben der Redaktion lag das Epizentrum nahe Šamorín; am späten Abend sei ein Nachbeben der Magnitude 2,6 registriert worden. In der ersten Lageeinschätzung gab es nach Angaben des Innenressorts keine Hinweise auf Verletzte, gleichzeitig wurden Meldungen über kleinere Sachschäden und zahlreiche Anrufe bei den Einsatzdiensten gesammelt, um die Lage zu verifizieren.

Die Kombination aus einem moderaten Hauptbeben und einem Nachbeben am Abend ist aus Sicht der Seismologie typisch: Nach einem Bruch entlang einer Störungszone bauen sich Spannungen oft in mehreren kleineren Ereignissen ab. Für Bevölkerung und Einsatzkräfte ist dabei weniger die Magnitude allein entscheidend als die Bauweise, die lokale Untergrundstruktur und die Frage, ob kritische Infrastruktur betroffen ist. In dicht besiedelten Räumen wie dem Großraum Bratislava wird deshalb nach spürbaren Ereignissen routinemäßig geprüft, ob es Schäden an Gebäuden, Brücken oder Versorgungsleitungen gibt.

Für Mitteleuropa sind Erdbeben dieser Stärke selten, aber nicht außergewöhnlich. Der Pannonische Raum und der Karpatenbogen weisen mehrere aktive Störungszonen auf, die in größeren zeitlichen Abständen spürbare Beben verursachen können. Behörden und Wissenschaftseinrichtungen nutzen solche Ereignisse regelmäßig, um Meldeketten, Erkundungsabläufe und die Kommunikation mit der Bevölkerung zu testen – gerade dann, wenn das Beben bis in Nachbarländer zu spüren ist und dadurch ein grenzüberschreitender Informationsbedarf entsteht.

Das EMSC sammelt für Ereignisse in Europa Messdaten und Auswertungen mehrerer nationaler Institute und veröffentlicht sie in kurzer Taktung, wenn neue Lösungen zur Lage oder Tiefe vorliegen. Parallel werten lokale Stellen Rückmeldungen aus der Bevölkerung aus, um die Intensität am Boden abzuschätzen. Bei dem Beben vom Samstag lag der Schwerpunkt der Rückmeldungen im Großraum Bratislava sowie im Grenzraum zur ungarischen Seite; für die Einsatzkräfte ist diese Karte der Wahrnehmungen ein zusätzlicher Hinweis darauf, wo gegebenenfalls Kontrollen sinnvoll sind.