Ölpreise steigen weiter, nachdem Trump Frist zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus bekräftigt
Ölpreise klettern weiter, nachdem Präsident Trump die Frist zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus bekräftigt und Druck auf Teheran ausgeübt hat.
- Trump bekräftigt Deadline
- Märkte ziehen ein höheres Risiko und mögliche Lieferengpässe in die Kurse ein.
Nach Angaben von Marktbeobachtern und Handelsdaten setzten die Ölpreise ihren Aufwärtstrend fort, nachdem US-Präsident Donald Trump erneut mit Angriffen auf iranische Kraftwerke und Brücken gedroht hatte, falls Teheran die Straße von Hormus nicht bis zur gesetzten Frist öffnet. West Texas Intermediate (WTI)-Futures für Mai notierten zeitweise rund 2,9 Prozent höher bei 115,63 US-Dollar je Barrel, Brent für Juni legte etwa 1,5 Prozent auf 111,43 US-Dollar je Barrel zu.
Die Kursbewegung spiegelt die gestiegene Unsicherheit über die weltweite Versorgung wider: Die enge Meerenge verbindet das Persische Meer mit dem Golf von Oman und gilt als zentraler Transitroutenpunkt für Energieexporte. Seit Ausbruch des Konflikts Ende Februar führte die teilweise Sperrung der Durchfahrt zu einem spürbaren Angebotsengpass, der die Preise für Rohöl sowie für Jet Fuel, Diesel und Benzin nach oben trieb.
Gleichzeitig zeigen Branchendaten erste Anzeichen einer Teilsanierung des Schiffsverkehrs: An einem Montag passierten nach diesen Angaben acht Tanker die Straße von Hormus — deutlich mehr als im März, jedoch weiterhin nur ein Bruchteil der Vorkriegsdurchsätze. Vor dem Konflikt waren dort durchschnittlich rund 20 Millionen Barrel Rohöl und Produkte pro Tag unterwegs, ein Maßstab, der die aktuelle Reduktion der Transportkapazitäten verdeutlicht.
Unterdessen laufen diplomatische Gespräche, die einen Rahmen zur Beendigung des fünfwöchigen Konflikts ausloten sollen. Iran lehnte ein US-Friedensangebot ab und legte selbst eine Zehn-Punkte-Initiative vor, die unter anderem ein dauerhaftes Ende der Kampfhandlungen sowie einen Mechanismus für sichere Durchfahrten vorsieht. Beobachter schätzen die Chancen auf einen schnellen Durchbruch vor Ablauf der Frist als gering ein.
Für Marktteilnehmer bleibt das Risiko weiterer Eskalationen das entscheidende Preisbildungsfaktor. Analysten betonen, dass die nächste Entwicklung — ob die Meerenge tatsächlich wieder vollständig geöffnet wird, ob Verhandlungen Fortschritte erzielen oder ob militärische Schritte folgen — unmittelbar in die Rohölkurse einfließt. Kurzfristig rechnen Händler daher sowohl mit Szenarien einer Entspannung als auch mit der Möglichkeit zusätzlicher Ausfälle bei Liefermengen.