Philz Coffee kippt Anweisung zum Entfernen von Pride‑Flaggen nach scharfer Kritik
Nach einer Mitarbeiterpetition mit über 7.300 Unterschriften und öffentlicher Empörung nahm der Philz‑Chef die Anweisung zurück und entschuldigte sich.
- Nach scharfer Kritik von Beschäftigten, Kundinnen und lokalen Politikern revidiert die Kaffeekette die umstrittene Flaggen‑Anweisung
- die Regenbogenfahne bezeichnet der Geschäftsführer nun als Symbol für Sicherheit und Z
Nach Angaben des Managements hat Philz Coffee die zuvor angekündigte Anweisung zum Entfernen von Pride‑Flaggen in seinen Filialen zurückgenommen. Geschäftsführer Mahesh Sadarangani räumte einen Fehler ein und entschuldigte sich ausdrücklich für die Entscheidung, die Regenbogenflagge nicht mehr zeigen zu wollen.
Die Ankündigung hatte in der vergangenen Woche rasch Widerspruch ausgelöst. Eine offenbar von Baristas initiierte Online‑Petition sammelte nach Angaben des Unternehmens mehr als 7.300 Unterschriften; Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie auch Kundinnen und Kunden kritisierten die Maßnahme als Bruch mit dem bisherigen Engagement der Kette als Verbündete der LGBTQ+‑Community.
Zugleich geriet die Entscheidung politisch unter Druck: Der kalifornische Senator Scott Wiener, dessen Wahlkreis San Francisco umfasst, verurteilte das Vorgehen in sozialen Medien und verband es mit der jüngsten Übernahme durch die Beteiligungsgesellschaft Freeman Spogli. Philz hatte sich zuvor mit seinem Gründungsjahr 2003 und dem Ausbau auf mehr als 80 Standorte in Kalifornien und Chicago einen Ruf als Unterstützer queerer Communities erarbeitet.
In einer veröffentlichten Stellungnahme nannte Sadarangani die Pride‑Flagge ein Symbol von Sicherheit und Zugehörigkeit und betonte, er wolle dieses Gefühl nicht nehmen. Er würdigte zudem die Rolle der lokalen Pride‑Vertreterinnen Suzanne Ford und Jupiter Peraza; ihren Gesprächen mit ihm zufolge trug ihr Austausch nach Unternehmensangaben zur Umkehr der Entscheidung bei.
Die Rücknahme der Anweisung markiert eine Neuausrichtung in der Unternehmenskommunikation: Sadarangani sagte, er habe zugehört und die Bedeutung des Symbols verstanden. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die gegen die ursprüngliche Maßnahme protestiert hatten, hoben die persönliche Entschuldigung und den Dialog mit Community‑Vertreterinnen als entscheidend für die Entscheidung hervor.
Daneben steht der Vorfall für eine breitere Debatte in den USA über Sichtbarkeit und politische Symbolik im öffentlichen Raum. Innerhalb weniger Tage löste die Ankündigung intensive Diskussionen über Unternehmensverantwortung, den Einfluss von Beschäftigten und die Bedeutung von Symbolen für marginalisierte Gruppen aus.