JKCM News
Startseite
Europa

Putin sagt, der Krieg in der Ukraine geht dem Ende zu und bietet Verhandlungen an

Nach einer stark reduzierten Siegesparade erklärte Präsident Wladimir Putin, er sehe das Ende des Kriegs kommen und nannte den früheren deutschen Kanzler Gerhard Schröder als bevorzugten europäischen Verhandlungspartner.

JKCM News 2 Min Lesezeit
Titelbild: Putin sagt, der Krieg in der Ukraine geht dem Ende zu und bietet Verhandlungen an
  • Putin signalisiert Verhandlungsbereitschaft und nennt Gerhard Schröder als präferierten Gesprächspartner
  • die Aussagen folgten auf eine ungewöhnlich kleine Militärparade in Moskau.

Nach Angaben russischer Staatsmedien erklärte Präsident Wladimir Putin, er halte den Krieg in der Ukraine für auf dem Weg zum Ende. Die Äußerungen kamen wenige Stunden nach einer ungewöhnlich stark verkleinerten Siegesparade in Moskau, bei der erstmals seit fast zwei Jahrzehnten keine militärische Hardware gezeigt wurde.

Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand Kritik an der westlichen Unterstützung für die Ukraine. Putin warf dem Westen vor, auf eine Schwächung Russlands gesetzt zu haben, und betonte zugleich, der Konflikt bleibe eine ernste Angelegenheit. Er bestätigte seine bisherige Position, wonach ein direktes Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten nur in einem Drittland möglich sei und erst stattfinden könne, wenn alle Bedingungen eines möglichen Friedensabkommens geklärt seien.

Zugleich sagte Putin, er sei bereit, über neue Sicherheitsarrangements in Europa zu verhandeln, und nannte den ehemaligen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder als seinen bevorzugten europäischen Verhandlungspartner. Diese Aussage folgte auf die reduzierte Parade und fällt in eine Zeit erhöhter Unsicherheit in Russland über den Fortgang des Kriegs.

Nach dem Schritt, einen dreitägigen Waffenstillstand zu vereinbaren, war der Austausch von jeweils 1.000 Gefangenen vorgesehen. Moskau und Kiew beschuldigten sich gegenseitig, den Waffenstillstand verletzt zu haben, und das Kremlsprecheramt gab an, es gebe keine Pläne, die Vereinbarung zu verlängern. Putin ergänzte, Russland habe bislang keine Vorschläge von der Ukraine zum Gefangenenaustausch erhalten.

Daneben schilderte die vorliegende Berichterstattung anhaltende militärische Engpässe auf dem Schlachtfeld: Russische Offensiven hätten in diesem Jahr an Tempo verloren, und Moskau kontrolliere demnach knapp unter einem Fünftel der ukrainischen Fläche. Gleichzeitig seien die Beziehungen zwischen Russland und Europa auf einem seit dem Kalten Krieg nicht mehr gesehenen Tiefpunkt.

In Moskau waren nur wenige ausländische Staatsgäste bei der Parade anwesend; unter den Teilnehmern befanden sich vornehmlich Führer befreundeter Staaten. Beobachter betonten, die verkleinerte Veranstaltung und Putins Aussagen könnten zusammen mit wachsender Sorge im Inland über den Kriegsverlauf gesehen werden.