Rep. Tony Gonzales kündigt Rücktritt nach parteiübergreifenden Forderungen zur Amtsenthebung an
Der texanische Republikaner gibt bekannt, sein Amt niederzulegen und nicht erneut zu kandidieren, nachdem ein eingestandenes Verhältnis mit einer Mitarbeiterin und eine Untersuchung des House Ethics Committee öffentlich wurden.
- Gonzales will sein Mandat niederlegen, nachdem sowohl Republikaner als auch Demokraten zu seinem Ausscheiden aufgerufen hatten
- ein Ethikverfahren läuft.
Nach Angaben kündigte der republikanische Abgeordnete Tony Gonzales aus Texas am Montag an, sein Amt im Repräsentantenhaus niederzulegen. Die Erklärung folgte auf parteiübergreifende Forderungen nach seiner Amtsenthebung und kam nur Stunden, nachdem der demokratische Abgeordnete Eric Swalwell seinen Rückzug aus dem Kongress angekündigt hatte.
Im Mittelpunkt der Kritik steht ein von Gonzales eingeräumtes Verhältnis mit einer Mitarbeiterin seines Büros; diese Mitarbeiterin starb später durch Suizid. Unter den Regeln des Repräsentantenhauses ist es Abgeordneten untersagt, sexuelle Beziehungen mit Angestellten unter ihrer Aufsicht einzugehen. Dieses Verbot bildete die Grundlage für die öffentlichen Vorwürfe und die Aufforderungen zahlreicher Kollegen beider Parteien, Gonzales solle sein Mandat niederlegen.
Das House Ethics Committee hat eine Untersuchung eröffnet, die klären soll, ob Gonzales sexuellem Fehlverhalten nachging oder bestimmten Personen unangemessene Vergünstigungen gewährt hat. Führende Mitglieder beider Parteien im Ethikausschuss hatten bereits angekündigt, ein Untersuchungsgremium einzusetzen. Parteiführungen der Republikaner hatten Gonzales zuvor aufgefordert, nicht erneut zu kandidieren, um die Chancen der Partei in seinem starken republikanischen Distrikt bei den anstehenden Zwischenwahlen zu erhalten.
In einem Social-Media-Posting schrieb Gonzales, es gebe ‚eine Zeit für alles‘, und verwies darauf, dass er darauf vertraue, Gott habe einen Plan für alle. Er kündigte an, am folgenden Tag seine Rücktrittserklärung einzureichen, und bezeichnete es als Privileg, den Menschen in Texas gedient zu haben. Konkrete Angaben zu einem sofortigen Rücktrittstermin oder zu Übergangsmodalitäten machte er nicht.
Zugleich lenkte die Nähe zu Swalwells Rücktritt die Aufmerksamkeit auf das Thema sexueller Missbrauchsvorwürfe im Kongress. Einige Abgeordnete betonten öffentlich die Notwendigkeit, gegen mutmaßliches Fehlverhalten entschieden vorzugehen; andere kündigten an, entsprechende Ausweisungsresolutionsentwürfe vorzubereiten. Abgeordnete wie Teresa Leger Fernandez erklärten, sie planten eine Ausweisungsresolution gegen Gonzales und forderten, diese rasch einzubringen.