Reverse‑gentrify the country: Schwarze und indigene Gemeinschaften erkämpfen sich Land zurück
In mehreren US‑Bundesstaaten gründen Schwarze und indigene Gruppen intentional communities, die gemeinschaftliche Landnutzung, Selbstversorgung und die Wiederbelebung traditioneller Kenntnisse verbinden.
Nach Angaben hat sich in den USA eine wachsende Bewegung von intentional communities formiert, in denen vorwiegend Schwarze und indigene Menschen gemeinsam Land bewirtschaften und alternative Lebensweisen praktizieren. Am deutlichsten wird der Trend im Ecovillage Black to the Land in Boonville, Kalifornien, das auf rund 76 Hektar Wald- und Gartenflächen Nutzpflanzen kultiviert und vollständig solarbetrieben ist. Dort sorgen Obstbäume, Gemüsebeete sowie Brunnenwasser für die Versorgung, während die Gemeinschaft das Gelände gemeinschaftlich pflegt und entwickelt.
Im Mittelpunkt der Gründungsidee von Black to the Land stand 2015 die Initiative von Zappa Montag und seiner damals 16‑jährigen Tochter, die einen Rückzugsort für Schwarze Menschen schaffen wollten, um der Gentrifizierung entgegenzuwirken. Das Grundstück war zuvor Teil des Emerald Earth Sanctuary; die bestehende Organisation übergab es in einer Vereinbarung an die Gruppe, die seither die Verantwortung für Pflege und Weiterentwicklung übernommen hat. Für die Gründer ist dieses Modell auch als Form praktischer Wiedergutmachung gedacht, indem Zeit und Wissen in die Landespflege investiert werden.
Inzwischen hat persönliches Leid das Projekt herausgefordert: Der unerwartete Tod von Montags Tochter im Februar 2023 stellte das Vorhaben auf die Probe, doch Berichte über positive Effekte des Ortes auf Stimmung und Wohlbefinden trugen zur Fortführung bei. Montag entschied sich, dauerhaft auf das Land zu ziehen, rekrutierte weitere Mitglieder und intensivierte über die vergangenen zwei Jahre die landwirtschaftlichen und baulichen Arbeiten vor Ort.
Daneben reicht der Trend über Kalifornien hinaus. Gruppen in Alabama und Massachusetts verfolgen ähnliche Modelle, um durch gemeinschaftliche Landprojekte kulturelles Wissen wiederzubeleben, Ressourcen zu teilen und agrarisch-ökologische Lebensweisen als Gegenmodell zur städtischen Verdrängung zu etablieren. Die Initiativen betonen gemeinschaftliche Governance, kollektive Fürsorge und die Rückbesinnung auf landbasierte Traditionen als Antwort auf anhaltende soziale und ökologische Herausforderungen.