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Reverse‑gentrify the country: Schwarze und indigene Gemeinschaften in den USA übernehmen Land und bauen ökologische Dorfgemeinschaften

Von Kalifornien bis Alabama entstehen intentional communities von People of Color, die Landwirtschaft, gemeinschaftliches Stewardship und kulturelle Praxis verbinden.

The Guardian 2 Min Lesezeit
Titelbild: Reverse‑gentrify the country: Schwarze und indigene Gemeinschaften in den USA übernehmen Land und bauen ökologische Dorfgemeinschaften
In mehreren US‑Bundesstaaten gründen Black‑ und Indigenous‑Gruppen sowohl abgelegene Öko‑Dörfer als auch städtische Gemeinschaften, um Land zu sichern, Wissen zu bewahren und lokale Selbstversorgung zu fördern.

Nach Angaben von Teilnehmern bilden sich in den USA vermehrt intentional communities, in denen vorwiegend Schwarze und Indigene Menschen Land gemeinschaftlich nutzen und traditionelle Praktiken wiederbeleben. Diese Initiativen umfassen sowohl ökologische Dörfer in ländlichen Regionen als auch gemeinschaftliche Wohnformen in der Stadt. Gemeinsam ist ihnen das Ziel, kollektives Leben, geteilte Ressourcen und eine stärkere lokale Versorgung zu ermöglichen.

Im Mittelpunkt steht das Projekt Black to the Land in Boonville, Kalifornien: Auf rund 76 Hektar bewirtschaften sechs Schwarze Stewards ein Gelände, das weitgehend autark betrieben wird, mit Obstbäumen, Gemüsebeeten, Solarstrom und Brunnenwasser. Die Gründerinnen und Gründer formulierten das Vorhaben als Reaktion auf Gentrifizierung in städtischen Zentren und als Versuch, Landschaften als Orte kollektiver Heilung und kultureller Rückbindung nutzbar zu machen.

Gleichzeitig knüpfen diese Gemeinschaftsformen an historische Modelle nach der Sklaverei an, als eng verbundene Gruppen von Schwarzen Menschen gemeinsame ökonomische Strategien entwickelten, um rassistischer Gewalt und Ausgrenzung zu begegnen. In jüngerer Zeit suchen Initiativen in Bundesstaaten wie Alabama, Massachusetts und Kalifornien gezielt nach Wegen, agrarisches und ökologisches Wissen der Vorfahren wiederzugewinnen und in praktischer Zusammenarbeit fortzuführen.

Nach dem Schritt von 2015, als die Idee zu Black to the Land entstand, begannen die Gründer mit Versammlungen und kulturellen Veranstaltungen. 2021 übernahm die Gruppe schließlich ein zuvor von einem gemeinnützigen Träger betriebenes Gelände, das ihnen als Stewards übertragen wurde. Seitdem investieren die Mitglieder Zeit in die Vermittlung von Stewardship‑Kenntnissen, Bauhandwerk und landbasierten Fertigkeiten und werben aktiv Menschen an, die diese Arbeit mittragen.

Zugleich organisieren die Projekte ihre Finanzierung und Selbstversorgung vielschichtig: Spendensammlungen, Fördermittel und Workshops zu Gartenbau, Bauhandwerk und Naturnutzung tragen zur Instandhaltung bei, während einige Beteiligte weiter remote arbeiten, um laufende Kosten zu decken. Tragische Einschnitte, etwa der überraschende Tod einer Mitbegründerin 2023, stellten das Projekt zeitweise infrage; positive Rückmeldungen von Besuchern zu gesundheitlichen Effekten und das Hinzuziehen neuer Stewards halfen jedoch, die Vision fortzuführen und landwirtschaftliche wie bauliche Kompetenzen weiter auszubauen.