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Reverse‑gentrify the country: Schwarze und indigene Gemeinschaften übernehmen Land für ökologische Dörfer

Von Kalifornien bis Alabama gründen Schwarze und indigene Gruppen gemeinschaftliche Öko‑Dörfer, um Land zu bewahren, Wissensweitergabe zu sichern und autonomere Lebensräume zu schaffen.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Reverse‑gentrify the country: Schwarze und indigene Gemeinschaften übernehmen Land für ökologische Dörfer
Ecovillages und gemeinschaftliche Wohnprojekte reagieren auf Verdrängung, fördern ökologische Praxis und stärken kulturelle Kontinuität durch kollektives Eigentum und Teilen von Ressourcen.

Nach Angaben lokaler Initiativen entstehen in mehreren US‑Bundesstaaten intentional communities, in denen überwiegend Schwarze und indigene Menschen Land gemeinschaftlich bewirtschaften und Ökologie, Selbstversorgung sowie kollektive Entscheidungsfindung verbinden. Ein markantes Beispiel ist das Ecovillage Black to the Land in Boonville, Kalifornien: Auf rund 76 Hektar pflegen Zappa Montag und fünf weitere Schwarze Bewohner einen großen Gemüsegarten, Obstbäume und traditionelle Anbaumethoden abseits des Stromnetzes.

Im Mittelpunkt der Gemeinschaft steht die Selbstversorgung: Die Bewohnerinnen und Bewohner nutzen Brunnenwasser und Solarenergie, betreiben Permakulturflächen und bieten Workshops zu Bauen, Gartenbau und Wildkräuterkunde an. Die Initiative versteht sich als Versuch, das Land zu reverse‑gentrifizieren, also Räume zu schaffen, in denen Heilung, kulturelle Praxis und gemeinschaftliche Lebensweisen geschützt werden können.

Nach dem Schritt, das Gelände vom Emerald Earth Sanctuary zu übernehmen, folgte eine Phase des Aufbaus und der Konsolidierung. Die Übergabe erfolgte sowohl schriftlich als auch mündlich; zuvor hatte die seit den 1980er‑Jahren bestehende Gemeinschaft Teile ihres Besitzes abgegeben. Trotz persönlicher Tragik – der unerwartete Tod von Montags Tochter im Februar 2023 – setzte sich das Projekt fort, gestützt durch positive Rückmeldungen von Besucherinnen und Besuchern und kontinuierliche Aktivitäten vor Ort.

Zugleich finanzieren die Initiativen ihren laufenden Betrieb durch Fundraising, Zuschüsse und Einnahmen aus Bildungsangeboten. Kooperationspartner wie Ausbildungsprogramme zur Vermittlung von Landhandwerk und ein Ecovillage‑Leiter aus Ghana ergänzen das Angebot mit traditionellem Bautechnikwissen. Einige Mitglieder behalten berufliche Tätigkeiten außerhalb der Siedlung bei, um persönliche Ausgaben zu decken.

Daneben entstehen ähnliche Projekte in anderen Regionen der USA, etwa in Alabama und Massachusetts, wo people of color vermehrt auf gemeinschaftliche Besitz‑ und Bewirtschaftungsmodelle setzen. Diese Initiativen teilen Ressourcen, praktizieren kollektive Governance und verfolgen ökologische Nachhaltigkeit, um landwirtschaftliches Wissen zu bewahren und Räume für kulturelle Kontinuität zu schaffen.