Spanische Passagiere von Kreuzfahrtschiff mit Hantavirus-Ausbruch evakuiert
Nach einem tödlichen Hantavirus-Ausbruch werden spanische Passagiere in Gruppen vom vor Teneriffa vor Anker liegenden Kreuzfahrtschiff MV Hondius an Land gebracht und per Flugzeug in ihre Herkunftsländer transportiert oder unter Quarantäne gestellt.
- Spanische Reisende in blauen Plastikponchos an Land gebracht
- abgestimmte Rückführungsflüge für mehrere Länder geplant.
Nach Angaben örtlicher Stellen begann am Sonntagmorgen die Evakuierung spanischer Passagiere vom Polarkreuzfahrtschiff MV Hondius, das vor der Südküste Teneriffas vor Anker liegt. Medizinische Teams in Schutzanzügen empfingen die Reisenden auf kleinen Tenderbooten; die Betroffenen trugen blaue Plastikponchos und Hauben und wurden zuvor einzeln auf eine mögliche Infektion mit dem Hantavirus untersucht.
Im Mittelpunkt der Maßnahmen steht die rasche Rückführung und Isolation potenziell exponierter Personen. Das Schiff war in den frühen Morgenstunden mit 146 Menschen an Bord in den Kanaren eingetroffen, nachdem drei Menschen an dem Virus gestorben und acht weitere erkrankt waren. Personen ohne Symptome waren in den vergangenen Tagen in ihren Kabinen isoliert worden, um eine weitere Verbreitung zu verhindern; jeder Passagier wurde einzeln gescreent.
Zugleich wurden spanische Staatsbürger prioritär an Land gebracht und per Bus zum Flughafen Teneriffa gebracht; die spanische Gesundheitsministerin Mónica García bestätigte, dass ein bereitstehender Flug startklar sei. In einer koordinierten Reihenfolge sollen anschließend Verbindungen zu anderen Zielländern erfolgen: Zunächst ein Flug in die Niederlande, der Bürger aus Deutschland, Belgien, Griechenland und einzelne Besatzungsmitglieder aufnehmen soll, gefolgt von Flügen nach Großbritannien, Kanada, Türkei, Frankreich, Irland und den USA. Für Montag ist ein niederländisches Betankungsflugzeug vorgesehen, das noch an Bord befindliche Personen aufnehmen soll.
Unterdessen wiesen Behörden darauf hin, dass Betroffene für 42 Tage ab dem möglichen Zeitpunkt der Exposition isoliert werden sollen. Das Schiff liegt leicht vor der südlichen Hafenanlage von Granadilla; Passagiere werden in kleinen Gruppen von fünf bis zehn Personen zum Kai gebracht, wobei das Aussteigen nur erfolgen soll, wenn die jeweiligen Flugzeuge am Boden bereitstehen. Einige Flüge für bestimmte Länder waren zum Berichtszeitpunkt noch nicht organisiert, und steigende Winde könnten geplante Abholungen erschweren.