JKCM News
Startseite
Wirtschaft

Spirit beginnt monatelangen Prozess zum Abbau der Airline nach massivem Kollaps

Nach der abrupten Betriebseinstellung legt Spirit Airlines einen initialen Finanzplan für die Abwicklung vor; Tausende Beschäftigte betroffen, die Flotte besteht überwiegend aus geleasten Maschinen.

CNBC / JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Spirit beginnt monatelangen Prozess zum Abbau der Airline nach massivem Kollaps
  • Spirit reichte einen vorläufigen Wind‑down‑Haushalt von rund 217 Mio. USD ein
  • der Abwicklungsprozess ist bis Februar 2028 angesetzt.

Nach Angaben der Insolvenzunterlagen hat Spirit Airlines am Dienstag vor einem US‑Insolvenzgericht in White Plains, New York, formal mit dem monatelangen Abbau des Unternehmens begonnen. Die Billigairline war wenige Tage zuvor überraschend stillgelegt worden, nachdem Gespräche über eine mögliche Staatshilfe und andere Rettungsoptionen gescheitert waren. Der plötzliche Stopp traf Passagiere und Personal mitten in der laufenden Reisesaison und löste eine umfangreiche Umverteilung von Flügen aus.

Im Mittelpunkt des Verfahrens steht ein kumulativer Wind‑down‑Haushalt in Höhe von etwa 217 Millionen US‑Dollar, der das Unternehmen bis Februar 2028 durch die Abwicklung führen soll. Der vorgelegte Plan listet mehr als 52 Millionen Dollar für Mitarbeiterkosten bis Juli und weitere mehr als 52 Millionen Dollar für flugzeugbezogene Ausgaben. Diese Angaben sind vorläufig und können sich im Verlauf des Insolvenzverfahrens ändern.

Zugleich dokumentieren die Unterlagen die Struktur der Flotte: Spirit betrieb demnach 59 Airbus A320 und hatte weitere 63 A320 in Lagerung; zusätzlich waren 37 A321 im Einsatz und 13 A321 gestattet in der Stilllegung. Mehr als drei Viertel der Maschinen waren geleast, was unmittelbare Auswirkungen auf Vermieter und Leasingverträge erwarten lässt und die Komplexität der Verwertung erhöht.

Die Verteidigung vor Gericht nannte einen starken Anstieg der Treibstoffkosten als einen entscheidenden Auslöser für die Zahlungsunfähigkeit. Demnach habe der Sprung bei den Kerosinpreisen infolge der militärischen Eskalation nach den US‑Israel‑Iran‑Konflikten im Februar zusätzliche Aufwendungen von rund 100 Millionen Dollar in den Monaten März und April verursacht. Diese Belastungen kamen zu bereits hohen Schulden und steigenden Betriebsaufwendungen hinzu.

In den Tagen vor der Schließung hatte Spirit nach Unternehmensangaben etwa 50.000 Fluggäste befördert; infolgedessen mussten zahlreiche Passagiere umgebucht werden. Andere US‑Airlines übernahmen teilweise den Weitertransport und erklärten, sie hätten zehntausende betroffene Kunden übernommen. Für die Belegschaft ist die Lage gravierend: Rund 17.000 direkte und indirekte Beschäftigte verloren demnach ihre Arbeitsplätze.